Freitag, 12. Oktober 2007

meine kalenderwoche 41

am montag eine anwendung zum einsatz gebracht, bei der wir am donnerstag endgültig auf den testbetrieb zurücksteigen mussten. ganzwöchig: fehler in den programmen gesucht. teilweise gefunden. alles recht unangenehm, aber emotional verkraftbar.
am dienstag lange über die zukunft unserer abteilung diskutiert. fehler in unserer organisation gesucht. zu viele gefunden. nicht zu ändern-stimmung versus versuchen-wir-es-halt-wiedereinaml-anders ...
am mittwoch noch viel länger über unseren frauenförderplan verhandelt. fehler in unserer argumentation gesucht. wenige gefunden. unerwartet gut(!!) gelaufen - hochstimmung.
am donnerstag mit einem kollegen überraschend ein gespräch geführt, in dessen verlauf er mehr oder weniger aussprach, dass er mich "unabsichtlich" ausgenützt, hintergangen und ausgebootet hat. fehler in meiner naivität gesucht. ziemlich wütend.
am freitag vor einem ausschuss referiert, dessen mitglieder teilweise ein sehr ambivalentes verhältnis zu mir haben (besser kann ich das nicht ausdrücken ...) - wenn ich selber mit einem vortrag zufrieden bin, dann war er gut;-)
?
dort, wo ich mit schwierigkeiten gerechnet hab, wo ich auf alles mögliche unangenehme gefasst war, dort ist es eigentlich gut gelaufen ...
und ich hab mich schon lang nicht so auf ein WOCHENENDE gefreut.

und weil der text da eh ned sehr berühmt ist, editier ich ihn hiermit mit dem ergebnis des herrlichen lost in translation:
kleine empfehlung dazu: unbedingt immer MIT japanisch, koreanisch und chinesisch wählen:

Original English Text:
i am glad this week is over: i talked to a lot of assholes and i had to correct a lot of mistakes done by others!

Translated to Japanese:
私はこの週嬉しいである余分: 私は多くのassholes に話し、他によってできていた多くの間違いを訂正しなければならなかった!

Translated back to English:
The excess where where I this week am delightful and am: I spoke to
many assholes, did with other things, it does not correct many
mistakes!

Translated to Chinese:
超额I 这个星期上午令人愉快和上午的地方: 我与许多笨蛋谈了话, 做了以其它事, 它不更正许多差错!

Translated back to English:
Exceeds the quota for I this week morning to be happy and the morning
place: I conversed with many fools, have done by other matters, it
does not correct many mistakes!

Translated to French:
Excède la quote-part pour I ce matin de semaine pour être heureux et
l'endroit de matin : J'ai conversé avec beaucoup d'imbéciles, ai
fait par d'autres sujets, il ne corrige pas beaucoup d'erreurs !

Translated back to English:
Exceed the quota for I this morning of week to be happy and the place
of morning: I conversed with many imbeciles, made by other subjects,
it does not correct many errors!

Translated to German:
Übersteigen Sie die Quote für I heute morgen der Woche, um
glücklich zu sein und der Ort des Morgens: Ich unterhielt mich mit
vielen Schwachköpfen, gebildet durch andere Themen, ihm behebe nicht
viele Fehler!

Translated back to English:
Exceed the ratio for I this morning the week to be around lucky and
the place of the morning: I conversed with many weak headings, in an
educated manner by other topics, him recover not many errors!

Translated to Italian:
Eccedi il rapporto per la I questa mattina la settimana per essere
intorno a fortunato ed al posto della mattina: Ho conversato con molte
intestazioni deboli, in un modo istruito da altri soggetti, lui
recupero non molti errori!

Translated back to English:
You exceed the relationship for the this morning the week for being
around to lucky person and the morning: Conversato with many headings
weak people, in a way instructd from other subjects, he recovery not
many errors!

Translated to Portuguese:
Você excede o relacionamento para esta manhã a semana para estar ao
redor à pessoa afortunada e à manhã: Conversato com muitos povos
fracos dos títulos, em um instructd da maneira de outros assuntos,
ele recuperação não muitos erros!

Translated back to English:
You exceed the relationship for this morning the week to be around to
the fortunate person and the morning: Conversato with many weak
peoples of the headings, in one instructd in the way of other
subjects, it backup not many errors!

Translated to Spanish:
Usted excede el lazo para esta mañana la semana para estar alrededor
a la persona afortunada y a la mañana: ¡Conversato con mucha gente
débil de los títulos, en un instructd de la manera de otros temas,
él salvaguardia no muchos errores!

Translated back to English:
You exceed the loop for this morning the week to be around to the
lucky person and the morning: Conversato with much weak people of the
titles, in instructd of the way of other subjects, he safeguard not
many errors!


NA ALSO!
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Montag, 8. Oktober 2007

herbsttag nüchtern

im sommer hab ich mit dir getrunken
heut schau ich da lieber zu
und stehl einen schluck
manchmal
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Sonntag, 7. Oktober 2007

sehr lange nacht ...

seit acht jahren gibt es in wien die lange nacht der museen , sieben davon konnte ich nicht hingehen. nicht im land, krank, kein babysitter, was auch immer.
und so kam es, dass ich gestern zum allererstenmal an diesem überaus kulturell wertvollen event teilnahm.
vielleicht hätte ich nicht unbedingt am tag davor "wächter des tages" zur gegenteiligen uhrzeit anschauen und danach noch eine halbe stunde spazieren gehen sollen. russische sequels sind übrigens genauso schlecht wie amerikanische, nur nebenbei, falls irgendjemand so wie ich wegen teil1 (wächter der nacht) zu hohe erwartungen dran haben sollte.
vielleicht war es auch nicht wirklich klug, das allerüberrannteste museum um halb sieben anzusteuern - wir waren nämlich unmerklich nicht die einzigen in der albertina. dieses museum scheint mir überhaupt nur an montagen zwischen zehn und elf am vormittag erträgliche besucherzahlen zu haben, IMMER wenn ich dorthin gehe, gibt es schlangen beim eingang, viel zu viele leute in den räumen und keine freie sicht auf irgendeins der bilder.
vielleicht war es auch zu optimistisch, anzunehmen, dass die stadthalle mit dem "dialog im dunkeln" - programmpunkt - ihr wisst schon, man sieht nix während einem blinde assistieren, um einmal die welt aus dieser nichtsicht kennen zu lernen - weit genug weg von allem anderen sei. dort war jedenfalls der ganze abend ausgebucht, was wir vorort erfuhren.
völlig unvorhergesehen standen wir dann in einer langen, langen schlange beim "museum für verhütung und schwangerschaftsabbruch" - dort haben wir ungefähr gleich lang aufs hineingehen gewartet, wie wir dann drin waren. übrigens bin ich die letzte, die abtreibende frauen in irgendeiner form zu verurteilen wagt, verhütung und abtreibung völlig gleichzusetzen, gefällt mir allerdings weniger. eben genanntes museum wird aber von einer abtreibungsklinik gesponsert, es hat nur noch gefehlt, dass sie sagen, wie "gesund" es sei. sätze wie "es liegt im interesse jeder frau, selbst die kontrolle über ihren körper zu haben" als erklärung, wieso es sowieso sinnlos ist, männer in jegliche verhütungsmaßnahmen einbinden zu wollen, bringen mich einfach auf. niemand gehe dort hinaus, ohne etwas gelernt zu haben, versprachen sie. das ist allerdings richtig, ich weiß jetzt, was ein froschtest ist.
vielleicht hat nicht jedes paar im anschluss an dieses museum eine kleine grundsatzdiskussion abgeführt - dessenungeachtet begaben wir uns dann wieder etwas versöhnlicher gestimmt zurück in die innenstadt.
die ganz kleinen museen auf der liste, das moya = "museum of young art europe" und das musa (museum auf abruf, man kann sich für wohlfeile 2,50 eine graphik für zu hause ausborgen) waren da nur kleine durchlaufer.
um ca halb elf waren wir in der hofburg - die ist unverwüstlich schön, und dort waren überraschend wenig leute. mir unverständlich zwar, denn die sammlung alter musikinstrumente finde ich sowieso eines der besten museen, aber die kenne ich schon. um halb zwölf noch das kunsthistorische kunsthistorische, wo mir die antikensammlung in neuem glanz - auch unter weniger schlimmen bedingungen als befürchtet - zugänglich war. weniger ruhig natürlich der erste stock, nach intensiver betrachtung eines (und zwar genau eines) bildes beschlossen wir: es reicht!
fazit auf denglish: ein event halt. auf gut deutsch: völlig entbehrlich.
vor zwei wochen gab es den sogenannten "tag des denkmals" auch in wien. da sind wir nur zu einer stätte gepilgert, aber das allein hat mir wesentlich besser gefallen. und davon stell ich jetzt ein bild herein, als ausgleich für diesen mühevollen artikel quasi - und um diesen vergessenen ort auch hier zu würdigen!

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Donnerstag, 4. Oktober 2007

nehmen wir einmal an,

wir essen einen kuchen . sie arbeiten im unternehmen u.
da gibt es 500 frauen und 500 männer. da sind sogar 52 frauen in führungspositionen tätig, und 10 männer weniger !!!! das ist doch toll, oder?
aber - leider, leider 700 frauen verdienen deutlich weniger als 700 männer. 10 männer verdienen dasselbe wie 120 frauen. die 42 männer in den führungspositionen erhalten miteinander genau doppelt so viel entschädigung dafür wie die 52 oben bejubelten frauen. macht auch nix, oder? richtige frage ist: wie machen die männer das nur?
ich persönlich bin ja gerade auf diät. was brauch ich da kuchen?.

zusatzaufgabe: nehmen wir an, sie sind in einer abteilung der/die jüngste und am wenigsten erfahrene. sie wissen aber nach kurzer zeit alles wesentlich besser, schrecken niemals davor zurück, ihre leistungen ausführlich zu würdigen und können schon sehr gut ich statt wir sagen. außerdem erklären sie ihrer vorgesetzten in wohlgesetzten abständen, dass sie nunmehr angebracht fänden, den ältesten und erfahrensten mitarbeiter, dessen pensionierung herannaht, zu beerben. welches geschlecht haben sie?
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Freitag, 28. September 2007

kauf dir einen hund ...

phase 1 - das kategorische nein

mama, ich hätt sogern einen hund!
der ist den ganzen tag allein mein kind, das geht doch nicht.
kann ich nicht eine katze halten?
du weißt doch, dass ich auf die allergisch bin!
einen hasen?
auf hasen bin ich sicher auch allergisch!

phase2 - die faulen kompromisse

unzählige schnecken, die unter anderem mit auf schreibtischlampe gewärmter gurke genährt wurden.
marienkäferchen, für die wir quasi im embryonalen stadium verantwortlich waren.
flusskrebschen, die irgendwie nie so richtig sichtbar wurden.
eine grille, die ganz allein in unser basilikum in der küche eingezogen ist.

phase3 - die bodenaufbereitung

meine drei besten freunde haben schlangen!
ja, aber nur zum trost wegen der scheidung!
wir sind auch geschieden!
das ist aber sechseinhhalb jahre her!
ich füttere sie ganz alleine!
deine großmutter betritt nie wieder unsere wohnung! (ok, das ist nicht wirklich ein gegenargumnent.)
wenn nicht schlange, dann andere echsen?
lassen wir uns einmal in der tierhandlung beraten ...

phase4 - der ernstfall

zuerst musst du ins andere zimmer übersiedelt sein!
dafür muss deine tante das klavier abtransportiert haben!
und wir müssen geklärt haben, wer sich um die bartagame kümmert. wenn du nicht da bist!
wenn du ausziehst, musst du sie mitnehmen!
wenn du wirklich welche hast, musst du das terrarium putzen!
wenn du wirklich welche hast, musst du ihnen das lebendfutter geben!

der herr erziehungsberater und ich haben uns das bartagamen-pärchen schon ohne a. in der tierhandlung angesehen.
prognose: ich werde diesen krieg verlieren. fragt sich nur, wann ...
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Mittwoch, 26. September 2007

touristical attraction ...

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schon erstaunlich, was frau sich für so einen bildband in spe alles antutzieht ...
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Samstag, 22. September 2007

mach was du willst,

hab ich als kind oft von meinen eltern gehört - und das war als entschiedenes nein gemeint.
weil ich grad viel darüber nachdenke, was ich eigentlich will, ist mir ein lied wieder eingefallen, das ich schon als kind sehr gemocht habe, fast so sehr wie das surabaya johnny auf der gleichen platte ...

*

Jenny made her mind up when she was three
She herself was going to trim the Christmas tree
Christmas Eve she lit the candles, tossed the tapers away
Little Jenny was an orphan on Christmas day

Poor Jenny, bright as a penny
Her equal would be hard to find
She lost one dad and mother, a sister and a brother,
But she would make up her mind


ich wollte damals eigentlich nur meine kleine schwester loswerden. unsere mutter beantwortete meine diesbezüglichen fragen etwas ratlos. die ausdemfensterwerfendamitsiewiederinskrankenhauskommt-option hat sie mir eindeutig ausgeredet, aber auf die frage, was den passiere, wenn ich sie in den müll stopfe, war sie so vage, dass ich meine allerkleinste puppe leider auf grund eines bestimmten tests nie mehr wiedergesehen habe.


Jenny made her mind up when she was twelve
That into foreign languages she would delve
But at seventeen to Vassar, it was quite a blow
That in twenty-seven languages she couldn't say no
Poor Jenny, bright as a penny
Her equal would be hard to find
To Jenny I'm beholden, her heart was big and golden
But she would make up her mind


ich wollte balletttänzerin werden. das schien meinen eltern nicht gerade die ideale berufswahl. leider ist man mit zehn noch ein wenig abhängig. ohne eislaufmutter wird man keine primaballerina. das erinnert mich daran, dass ich die einzige primaballerina, die ich persönlich kenne, jetzt ruhig einmal googlen, anrufen und aufsuchen könnte. schließlich dürfte sie mittlerweile pensioniert sein, also sich vielleicht freuen.

Jenny made her mind up at twenty-two
To get herself a husband was the thing to do
She got herself all dolled up in her satins and furs
And she got herself a husband--but he wasn't hers

Poor Jenny, bright as a penny
Her equal would be hard to find
Deserved a bed of roses, but history discloses
That she would make up her mind


heiraten - das wollen wir ja insgeheim irgendwann ja doch alle? komisch, in meiner erinnerung hat der text da noch mehr text vor dem refrain - irgendwas mit "and worse for jenny he never divorced" ... genau, irgendwann wollte ich mich dann unbedingt scheiden lassen oder wollte das auch nicht und ab da wurde es ein wenig schwierig.

Jenny made her mind up at fifty-one
She would write her memoirs before she was done
The very day her book was published, history relates,
There were wives who shot their husbands in some thirty-three states


und was will ich jetzt? einiges ist schon so in ordnung, da find ich´s besser, nichts zu wollen. das könnt sonst ganz schnell ein fordern werden, das will ich nicht.
ich könnt ein buch schreiben wollen.
ich könnt schlanker werden wollen.
ich könnt ...


Jenny made her mind up at seventy-five
She would live to be the oldest woman alive
But gin and rum and destiny play funny tricks,
And poor Jenny kicked the bucket at seventy-six
Jenny points a moral with which you cannot quarrel,
Makes a lot of common sense--
Jenny and her saga prove that you're gaga
If you don't keep sitting on the fence

Jenny and her story point the way to glory
To all man and womankind
Anyone with vision comes to this decision--
Don't make up your mind


genau. viel leichter zu sagen, was man nicht will.
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rammstein und soad

seien die muskalischen vorbilder der band "ballrock". da kann eigentlich nimmer viel schiefgehen, wenn sie heute im 7stern 7 demnächst ihr debut(?) geben, ich überleg noch, ob wir als gänzlich fremde das publikum verstärken sollen. die bandmitglieder sind zwischen zehn und vierzehn jahre alt, das gefällt mir.

apropos sinnvolle freizeitgestaltung für "jugendliche": wir hingegen spielen seit dienstag auch wieder tennis. samt freund b.- der jetzt doch nicht gitarre lernt.und a. lernt schon lange doch nicht klavier.

apropos sinnvolle freizeitgestaltung: das 7stern als veranstaltungsort ist mir jetzt schon zum zweiten mal positiv aufgefallen, das letzte mal erst gestern - ein konzert mit definitiv mehr als 4 leuten im publikum.
für die phone3phone. wieso wir uns nachher noch in die camera verirrt haben, fällt jetzt allerdings eher unter nicht sinnvolle freizeitgestaltung.
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Dienstag, 18. September 2007

artfremd???

Meistens ist mein Blog ja politikfrei – die diesbezüglichen Tageszeitungskommentare mag ich weder wiederholen, noch widerlegen, je nach Format und Weltanschauung fallen mir meist auch keine noch nicht irgendwo gelesenen Ergänzungen ein.

Heute im Büro – und ich lebe und arbeite im 20. Wiener Gemeindebezirk – war ich allerdings zum ersten Mal von manchen MitarbeiterInnen positiv überrascht, als auch die überraschend klare Worte zu den kolportierten Äußerungen des französischen Außenministers fanden.
Insbesondere als ich selber ebendiese unmittelbar nach der Verabschiedung unseres iranischen Gastes hörte – und mir da auch wieder erschreckend bewusst wurde, wie sehr wir alle Pauschalurteile aus Überfluss an Information und aus Zeitmangel gar nicht mehr vermeiden können.

Dass es Frauen in islamischen Ländern nicht gerade leicht haben, ist durchaus Allgemeingut. Dass ein männliches Erstsemester, das in Jeans an die Teheraner Uni kommt, daraufhin schriftlich bestätigen muss, dass es am soundsovielten soten Jeans angehabt habe und dies niemals, niemals wieder tun werde, ist eine nicht wirklich heitere Anekdote. Genauso wenig, wie dass es im Prinzip nicht sehr einfach ist, irgendeine Art von Opposition zu bilden, wenn alle wissen, dass jegliche Gegner – und zwar völlig unabhängig davon, welcher Religion sie angehören – bis hin zum Sohn des berüchtigten ersten Revolutionsführers – umgebracht werden.

Viele Menschen dort seien innerlich irgendwie in Opposition, den Frauen würden die Kopftücher gern hinunterrutschen und die mutigsten gingen auch im Iran unverschleiert. Die seien aber wirklich sehr mutig, finde er, sagte unser Gast, und in einem Land, in dem sogar Musizieren verboten sei, wäre es auch nicht gerade einfach, zwar Moslem zu sein, aber im Grunde nicht gläubig. Im Grunde sei das permanente „Sich-Selber-Zensieren“ das am wenigsten leicht Auszuhaltende für ihn gewesen. Es sei für die Bevölkerung generell auch in keiner Weise nachzuvollziehen, warum es nicht einmal die Idee von Sozialleistungen gebe, dafür massive Unterstützung von Terroristen, Syrien oder Palästina oder wem auch immer …
Und dass und warum die Schulen nur „unengagierte“ Lehrer hätten, sodass jeder, der eine Fremdsprache lernen wolle, das privat tun würde.

Bei uns herrscht ja bekanntlich mehr Freiheit, die will ich gar nicht schlecht reden. Traurig nur, was in ihr passiert: Da sehe ich unsere Politiker, die sich im Grunde bis auf die Grünen alle mehr oder weniger deutlich auf keinen Fall Stimmen durch „Ausländerfreundlichkeit“ verscherzen wollen. Das unsägliche Wort „artfremd“ aus dem Mund konservativer Populisten. Die Unterstützung der Demonstration gegen eine Moschee im Zwanzigsten (die soweit ich das mitgekriegt habe, ohnedies überhaupt nicht geplant war – in Wirklichkeit ging es um einen Ausbau von zwei Stockwerken eines bestehenden Gebäudes) nicht nur von den üblichen Verdächtigen, sondern auch vom diesbezüglich wohl von allen guten Geistern verlassenen Bezirksobmann der ÖVP. Das zähe Ringen um das dringendst für alle verpflichtend einzuführende Vorschuljahr. Völliges Desinteresse an den einzelnen Personen und Schicksalen, und ausdauernde Ignoranz gegenüber nicht zu widerlegenden Fakten, wie etwa dass „die Ausländer“ mehr an Steuern und Sozialabgaben leisten, als sie lukrieren. Diffuse Ängste vor allem Fremden. Und letztlich die Gemeinheit, alle Muslime in einen Topf zu werfen. Das war für mich in der Sonntagabenddiskussion im ORF eine der sinnvollsten Bemerkungen: Ich tät mich auch schön bedanken, wenn der Herr Schönborn für mich spräche.

Deshalb koche ich auf der nächsten Party Dürüm. Versprochen.
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hier fehlt was;-)

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