Sonntag, 19. August 2007

ich kann mitreden

endlich war ich auch in den simpsons! ist sehenswert. am lautesten hab ich glaub ich übers kirchenlied gleich nach dem konzert lachen müssen ...
apropos konzert - sziget war nett wie immer. hiermit erkläre ich den heurigen sommer zum sommer der unverhofften bücher. dort wollte niemand der besitzer von "the master and margarita" sein - alle rundumzelter haben es mir sozusagen kollektiv geschenkt, und jetzt lese ich es mit großem vergnügen. in musikalischer hinsicht haben mir napalm death (na ja sagen wir eher vom spaßfaktor her), leningrad (dasselbe), manu dibangu, eagles of death metal (die völlig anders klingen als sie heißen und das ist bei dem namen schon ein wenig "eigenwillig"), u.v.a. gut gefallen, während sinead o´connor besser nicht mehr auftreten sollte ... tut irgendwie weh, wenn sich legenden demontieren ...
wie find ich jetzt zurück zu den büchern? ah ja, in tolmin ("konzertreise" davor) war ich sicher die einzige besucherin des metal camps, die gleichzeitig mitglied der örtlichen bibliothek wurde, da mir wie üblich die bücher ausgingen. deutsche bücher gab es gezählte acht (schlechte) - dafür hab ich mir die englischen "about a boy" vom sehr geschätzten herrn hornby und ein völlig unbekanntes extrem lustiges über den verfasser von fremdenführern für briten, die es hassen, wenn es woanders anders als daheim ist, und dessen titel ich jetzt erfolgreich vergessen habe, ausgeborgt.
diesmal wären mir die bücher dank der geschätzten spenden des ersten herrn auf meiner linkliste eh nicht ausgegangen - noch ein hornby (erwartetermaßen gut), das wetter vor fünfzehn jahren (unerwartetermaßen besser als angenommen), das richtige leben im valschen haben (natürlich gut) schon mindestens für einen halbtag in meinem leben gereicht. danke nochmal!
und die anderen bücher, die ich (neben dem nicht zu erwähnenden schrott und den bereits erwähnten guten) auch so gerade quasi frisch gestapelt habe:
lord nevermore von einer gewissen agneta pleilel. schön erzählt.
keine nacht dir zu lang von barbara vine
der schrei der eule von patricia highsmith (nie würde ich diese dame und die vorige als schrott bezeichnen!)
die villen der frau hürsch von herrn komarek - ganz nett;-)
endmoränen von frau maron. nicht schlecht.
unauslöschlich von akora yoshimura - ganz was anderes. sehr gut.
bleibtreu von monika zöllner.mussbuch für alle "geliebten".
und nehmen was kommt. ludwig laher. sehr lesenswerte biographie einer roma.
mephistowalzer. ollivier pourriol. sehr gut.
die radiosängerin. john dunning. bisschen amerikanisch.
bestellungen nehm ich gerne entgegen. bücher auch;-)

ps: ich wundere mich auch immer über leute, die nie zum lesen kommen.
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Donnerstag, 9. August 2007

freunde sind

menschen, die man mag, obwohl man sie kennt.

dieser beitrag ist die reinste suderei. mir fällt momentan einfach nix besseres ein. deshalb mach ich jetzt auch wieder einmal urlaub, oder etwas ähnliches.

gestern hat mir eine freundin per e-mail vorgeworfen, ich hätte sie zweimal versetzt. andere hätten auch probleme, und ihre - was wohl tatsächlich und seit langem unabänderlich so ist - seien wohl sehr viel größer als meine.
zum versetzen: das erste mal hat mir der h. eine konzertkarte geschenkt, und ich hab übersehen, dass ich an diesem montag schon mit ihr etwas ausgemacht habe. am mittwoch vorher hab ich reichlich zerknirscht angerufen, sie war "not amused". das zweite mal schlug ich per mail etliche termine für ein treffen samt partnern oder ohne vor, und genau an dem tag, an dem sie sich ohne weitere rücksprache für ein treffen zu viert ihre babysitterin bestellt hatte, hatte der h. schon etwas vor. mein fehler, ich hab´s vergessen. ich hätte nach wie vor zeit gehabt, aber mit mir alleine wollte sie dann nicht. bisschen ungerecht, unser telefonat am selben abend (also über eine woche vorher), bei dem mich dann der h. auf seinen termin hinwies, als versetzen zu bezeichnen, oder?
zu den problemen: ja stimmt. aber - ich kann da doch nichts dafür. ihre probleme sind auch die erklärung, warum es generell schwer ist, etwas auszumachen, ein behindertes kind kann man nicht alleine lassen, wenn es einem selber gesundheitlich absolut nicht gut geht, hat man wohl alles recht, kompliziert zu sein. aber wenn ich zu einer freundin nicht mehr sagen kann - hallo, du, mit mir ist das und das und wenn sie das alles nicht hören will, was bleibt?
ein schales gefühl. ein wenig traurigkeit.
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Mittwoch, 8. August 2007

versuch einer entschuldigung

es tut mir leid, wie ich heute früh war. ich halte es selbst in keiner weise aus, wenn mir gegenüber jemand eifersüchtig ist, und das verstärkt dann auch noch meine angst. meine angst, mich so zu verhalten, dass es eben wirklich schwer auszuhalten ist, meine angst, dich zu verlieren. natürlich weiß ich, dass ich gar keine angst haben sollte, aber das ist das blöde mit emotionen, dass man sie nicht einfach so rational abstellen kann. wenn ich dann manchmal "beruhigende worte" einfordere, gebe ich schlicht meine unsicherheit zu. ich weiß, dass ich das nicht nötig habe, trotzdem fühle ich mich eben manchmal so.
> mir geht es schon die ganze zeit schlecht mit dem sziget, ich wollte dort heuer überhaupt nicht hin, und ich hasse mich dafür, dass ich dir das nicht einfach so gönnen kann, wie ich es ja auch für richtig halte. das gemeine ist, dass ich gegen diese art von besitzergreifendem denken oder kontrollzwang, wie du das heute genannt hast, hart kämpfe - es tut weh, zu sehen, wie ich da meinen und deinen ansprüchen/vorstellungen offensichtlich nicht genüge. andererseits fühle ich mich auch um nix besser, wenn ich das gefühl habe, ich darf es nie äußern, was ich in der hinsicht empfinde, weil das ist dann eh immer nur "derselbe vortrag". ja und nein, würde ich sagen, denn der punkt ist ja, wann und warum ich in diese dumme stimmung komme, und vielleicht reagierst du ja auch immer gleich darauf. ich will gerecht zu dir sein, und das was ich heut früh am schluß gesagt habe, das sage ich mir auch jetzt so ähnlich vor: ich kann dir vertrauen, ich will dir vertrauen, ich vertraue dir, ich vertraue mir und das wird schon passen;-)
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Samstag, 4. August 2007

trost ...

gestern war das begräbnis vom doktor - und die reden dabei haben mir geholfen, abschied zu nehmen und sie waren jede für sich gut und richtig.
als erstes hat sich der katholische pfarrer entschuldigt, dass er überhaupt etwas sagt - er sei sich dessen bewusst, dass viele seine worte als schlag ins gesicht gegen alle weltanschauung des verstorbenen interpretieren könnten - er sei aber von der witwe darum gebeten worden und nicht gott sei das trennende für die beiden gewesen. zu seiner verwunderung, führte der pfarrer weiter aus, werde der tote nun alles finden, woran er sicher nicht geglaubt habe. so traurig ich war/bin - diese feine ironie ist angekommen.
als zweites hat unser gemeinsamer chef gesprochen - mit für seine verhältnisse extrem viel emotion - auch ihm ist ein freund abhanden gekommen, und hier hab ich sein bemühen um angemessenheit bewundert, auch und wie ihm ein paar mal die stimme versagt hat.
wirklich getröstet haben mich - und viele andere wohl auch - dann die worte eines freimaurerkollegen. (abgesehen davon, dass mir dann erst klar war, warum der priester gesagt hat, was er gesagt hat). der ist dem menschen am meisten gerecht geworden, der hat so viel schönes und tiefes über den toten und über das leben, über die suche im leben, über das streben nach erkenntnis, über wissen und weisheit gesagt, dass ich richtig gemerkt habe, wie ich mich gerader hingestellt habe, wieder freier geatmet habe, und meinen blick weit über die hügel hinterm friedhof schweifen habe lassen. ganz am ende haben sich "die brüder" dann rund ums grab gestellt, ich hab das nur mehr von weitem gesehen, und sie haben einander an den händen gehalten.
das ist das bild, das mir jetzt in erinnerung bleibt, das bild, das meine nicht gerade positive einstellung zu männerbünden, aus denen ich naturgemäß von vornherein ausgeschlossen bin, und die ich aber nicht nur deshalb sehr skeptisch betrachte, das ist das eine bild, das diese meine einstellung, in frage stellt. und das ist der trost, dass wir letztlich hier nicht alleine sind, manche brauchen vielleicht wirklich eine institution, eine partei, einen verein, anderen genügen zwei, drei freunde oder gleichgesinnte.
  • ps: und am abend war der kleine bub, der am anfang der ferien vom fahrrad gestürzt ist, bei uns. (in der früh wurde er aus dem spital entlassen.) auch das finde ich sehr tröstlich
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Mittwoch, 1. August 2007

Waren Sie mit uns zufrieden?

dieser beitrag ist tziemlich alt, aber aktualisiert. leider.

Weil sie doch fast um die Ecke liegt, fahr ich immer wieder zur selben Autowerkstätte. Und weil die so modern ist, schicken sie mir nach jedem Besuch ihr Feedbackformular. Und weil ich so sozial kompetent bin, möchte ich bei jedem Zurückfüttern das Positive betonen. Das stellt mich vor zunehmend größere Herausforderungen:

Liebe Werkstätte,
dass meine Winterreifen in Ihrem Depot nicht mehr auffindbar waren, verhalf mir zu einem fast neuwertigen Ersatz. Profile sind nach einem Jahr doch sehr abgenützt, man kann gar nicht genug auf die Sicherheit achten.
Als ich einmal einen geplatzten Reifen wechseln wollte, lernte ich viele nette Leute kennen und deren Kompetenz schätzen– einen vom ÖAMTC, einen von der Hotline, einen von einem anderen Vertragshändler, und einen vom Abschleppdienst. Alle wussten sie, dass ich ohne die „Nussen“, die normalerweise beim Reservereifen aufbewahrt wird, keine Chance hatte, den kaputten Reifen abzumontieren. Es war sehr nett, dass Sie mir ein Ersatzteil bestellt haben. Natürlich kann man nicht alles an den Platz zurücklegen, wo es vorher war.
Ein anderes Mal fuhr einer Ihrer Mechaniker in mein bei Ihnen abgestelltes Fahrzeug. Damals konnte ich mich von der Qualität Ihrer Lackiererei überzeugen. Ich weiß, ich bin sehr pingelig, aber dass sogar Sie selbst auf den zweiten Blick eine zweite Lackierung vorschlugen, bestätigte mir Ihre große Einsicht.
Jedes Mal, wenn ich das Auto von Ihnen abholen will, geben Sie mir auch ausreichend Zeit, Kaffee zu trinken, die neuesten Modelle zu begutachten oder Privatgespräche zu belauschen.
Als ich Ihnen sagte, dass meine Bremsen ein komisches Geräusch machen, und nur 300 Euro für neue Bremsscheiben zahlte, war es natürlich eindeutig meine Schuld, dass ich Sie nicht gleich darauf hingewiesen habe, dass es günstig sein könnte, auch die Bremsflüssigkeit zu erneuern. Ich fand es aber sehr hilfreich, dass Sie mich stattdessen auf den generellen „Leistungsverlust“ aufmerksam machten, und denselben bei einem neuen Termin für neue 300 Euro behoben.
Beim vorletzten Termin baten Sie mich, das Auto auf jeden Fall vor sieben Uhr früh zu bringen. Mit der mir eigenen Pünktlichkeit parkte ich es schon am Vortag vor Ihrem Gelände, drückte einem Mitarbeiter den Schlüssel in die Hand, sah ihm zu, als er auf einem Zettel die Autonummer notierte und zeigte ihm das Vehikel mit einer ausladenden Handbewegung. Logisch, dass es am nächsten Tag nicht zu finden war.
Stattdessen bekam ich dann sogar einen Leihwagen, einen schnittigen Zweisitzer mit einem lustigen Gitter in der Mitte. So einen Wagen bin ich ja überhaupt noch nie gefahren, und ich hatte viel Spaß beim Einparken. Andere beherrschen das ja weniger gut, und ich fülle wirklich gerne Formulare aus. Was machte das schon, dass nicht ich die Versicherungsnehmerin bin sondern Sie, und dass ich Ihnen sowieso alle Unfallgegnerdaten vorher auf einen Zettel geschrieben hatte?
Erst gestern war ich ein wenig verwundert, als ich die Anzeige wegen der fehlenden §57a - Untersuchung (vulgo Pickerl) auf meiner Windschutzscheibe fand. Der Polizist wartet jetzt auf den Prüfbericht vom Jänner, den ich ihm morgen nicht bringen werde. Stattdessen habe ich Ihren handschriftlichen Vermerk auf der 1.290 Euro - Rechnung vom 8.1., dass Sie auf diese Kleinigkeit leider vergessen haben. Ob das reiche, zweifelte ich. Also, wenn sie (also die Polizisten) ein Herz hätten, schon, meinte Ihr Mitarbeiter K.
Ich freu mich wirklich schon aufs nächste Mal! Was wird Ihnen Neues einfallen?
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Sonntag, 29. Juli 2007

kellner-in mit sehr guten deutschkänntnissen wird in hainburg gesucht ..

also bei so viel einsicht in die eigenen mankos kann doch nix mehr schiefgehen! aber kochen kännen sie dort schon gut, wie ich heute nach zweieinhalb stunden anreise mit dem fahhrad feststellen durfte.

ich empfehle euch überhaupt - falls ihr so wie ich diesen weg noch nie gefahren seid - das als wienerinnen oder zuagraste so bald wie möglich zu machen, der fahrscheinautomat in hainburg ist defekt, das verbilligt die rückreise schon sehr.

nicht empfehlen möchte ich allerdings hinter jemandem herzufahren, der ein paar winzige slowenische pässe in der vorwoche hinauf- und hinuntergefahren ist, den durch doch etliche schotterstückerln unterbrochenen weg mit einem rennrad mit bleistiftdicken reifen anzutreten, sowie sich in ermangelung einer fünftausrüstung im zweithaushalt mit einer radlerhose ohne einsatz für mehr als zweieinhalb stunden auf einen fahrradsattel zu setzen und die ganze zeit darüber nachzudenken, wieso man gestern bei stärkerem platzregen auf der badewiese ausharrte, während es heute doch eindeutig heißer und wärmer ...
ps: und das wort drahtesel ist bitte gar nicht zu verwenden;-)
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Samstag, 28. Juli 2007

muttchen ist doch die beste, oder?!

Ab vierzig fängst du sowie an, wie deine Mutter zu werden, erklärte mir Bekannte M. Dieselbe vertritt allerdings auch die Ansicht, dass man praktisch mit jeder anderen Person zusammenleben könne. Ganz Recht geben konnte ich ihr auch da noch nie, und das obwohl ich mir sicher bin, dass ein Zusammenleben mit mir wesentlich einfacher sein müsste ist als eines mit ihr. Der H. jedenfalls sagt „ganz wie deine Mutter“ immer dann zu mir, wenn er mich ein wenig ärgern möchte, und der kennt sie und mich deutlich besser.

Nichts kränkt mich tatsächlich mehr, denn meine Mutter ist wirklich die letzte, die mir je als Vorbild gedient hat. Aber vielleicht sollte ich mit meiner Großmutter anfangen – die das ganze Gegenteil war: eine lebenslustige, immer freundliche, verständnisvolle, manchmal ein wenig schlampige, die meiste Zeit sehr glückliche und mir ihrem rassigen Aussehen sehr zufrieden wirkende, ausgeglichene, fantasievolle ... Nur eine schlechte Mutter war sie wohl – und wenn meine Mutter das sagt, dann hat das so zu stimmen! Das Kind (also sie) sei nie an erster Stelle gestanden (da wären die Männer zu nennen), das Kind hätte sich immer im Weg fühlen müssen, und dabei sei es so brav und gut in der Schule und ordentlich und was auch immer gewesen. Ich habe den starken Verdacht, dass meine Mutter beim besten Willen auch nie zu meinen Freundinnen gehören hätte können.

Jetzt bin ich aber ihr Kind, daher - auch sie ist das große Los, das ich gezogen habe, und ich gebe mir Mühe, sie deshalb zu mögen. Leicht hat sie mir das noch nie gemacht! An guten Tagen reagiere ich auf sie mit Humor – an schlechten Tagen mit echter Wut.

Meine Mutter weiß alles besser, und sie schreckt niemals davor zurück, meinen Vater, meine Schwester und mich davon auch zu informieren. Wenn ich sage alles, dann meine ich alles – unter den Fragen hinsichtlich Geschmack, Einrichtung, Haushalt, (Ex)schwiegersöhne, Lebenspartner, Geliebte, KollegInnen, FreundInnen bis hin zur Kindererziehung bzw. Angehörigenpflege und der jeweils anderen Tochter gibt es pro Vierteljahr favorisierte, stets mehrhundertfach zu wiederholende Einsichten, auf die sonst keiner je gekommen wäre und die sie ziemlich ungefragt und gerne auch ziemlich taktlos vorbringt.

Selbstverständlich sieht sie auch nur und ausschließlich schlechte Dinge. Hier meine Lieblingsanekdote zum Thema „Feedback“ : In irgendeinem der mir angediehenen Seminare wurde das Thema richtiges Feedback mit dem sogenannten Feedback-burger (damals für mich zum ersten Mal vorgestellt). Wer es nicht kennt: Der/die TrainerIn schreibt ungefähr so was hin:
1 + 1 = 2
2 + 3 = 5
3 + 4 = 5
2 + 4 = 6
1 + 3 = 4
und fragt dann hoffnungsvoll in die Runde, was denn auffällt. Wenn nicht alle schon völlig seminarverseucht sind, kommt natürlich spontan, dass drei und vier ja wohl sieben, also die mittlere Rechnung falsch ... Dann wird das hübsch plakativ am Flipchart durchgestrichen. .Genau dasselbe hätte man ja auch so sagen können: Vier Rechnungen sind richtig – die werden dann oben und unten eingekreiselt – fertig ist der Feedbackburger mit der Einsicht, dass wir halt leider doch zu sehr drauf trainiert sind die Fehler zu sehen ...
Damals war ich noch halb in Karenz und halb in der Arbeit – und weil Seminar natürlich nie halbtätig sind, half mir meine Mutter mit Babysitten. In einem Anfall von Gutmütigkeit oder Selbstschutz hatte ich am Tag vorher aufgeräumt – ich wollte mir die diesbezügliche Einsicht ausnahmsweise einmal sparen. Als ich dann an diesem besagten Tag heimkam, folgten schon der Begrüßung die Worte: „Aber die Blumen im Arbeitszimmer hast du wieder nicht gegossen!“ ..

In einem Anfall völlliger Umnachtung habe ich ein paar Jahre später zugestimmt, dass meine Eltern in eine Wohnung im gleichen Haus, in dem wir nun also beide wohnen, ziehen. Nach dem ersten halben Jahr musste ich ihnen IHR meine Schlüssel wegnehmen, sie war ziemlich beleidigt, aber ich fand das zwingend notwendig, nachdem es ihr anders nicht beizubringen war, dass sie NICHT einfach so in meine Wohnung kommen kann. Mittlerweile haben sie den Schlüssel wieder, ich arbeite daran, dass sie – auch wenn es nur vier Stockwerke mit Lift sind – NICHT einfach anläuten, sondern vorher anrufen. Ich öffne die Türe nackt – (selbstverständlich immer erst extra nachdem ich mich durch den Sucher vergewissert habe, dass nicht etwa Freunde vom A. draußen stehen), ich öffne die Türe gar nicht (natürlich nur wenn ich weiß, dass es nicht der A. sein kann), oder ich lasse sie herein und setze ungerührt jegliche gerade von mir ausgeübte Tätigkeit fort ... Es kann aber vorkommen, dass ich um halb acht in der Früh ein wenig inkonsequent bin, dann stürmt meine Mutter zum Beispiel mit der Ansage „ich lass mich scheiden“ samt viertelstündigem Begründungsmonolog im Stehen herein ...

Und damit komme ich zum nächsten Trauerspiel – was ist das für eine Ehe, die meine Eltern führen? Sie streiten jeden Tag mehrmals, gehen einander entsetzlich auf die Nerven, haben einen Umgangston miteinander, der auch im Normalfall von mir nur als tiefste Unfreundlichkeit ausgelegt wird (was sie aber gar nicht merken) – und im Streitfall dann in immer dieselben Verbalinjurien ... Was soll man sich nach 45 Jahren auch schon Neues an den Kopf werfen? Dafür gibt es bei jedem Mal wo Erdäpfel auf den Tisch kommen den selben Dialog:. Mein Vater fragt „Sind die Erdäpfel gesalzen?“. Meine Mutter antwortet: „Nein.“ Bei manchen Essen war das auch schon die ganze Unterhaltung, und das sind nicht ihre schlechtesten Tage! Man hört die beiden auch äußerst selten etwas Gutes über- oder zueinander sagen, mit einer großen Ausnahme: „Er war euch immer ein guter Vater!“ sagt meine Mutter als Begründung, warum sie sich denn nie scheiden hätte lassen, wenn alles doch so furchtbar ... Und umgekehrt auch! Für meinen Vater war ein Scheidung sowieso nicht einmal auch nur eine Überlegung wert, aber dass meine Mutter uns eine gute Mutter war, davon ist er felsenfest überzeugt, auch wenn das das einzig Positive, das er über sie sagt, ist. Worin denn nun dieses gute Muttersein bestanden hätte, darauf hab ich keine Antwort mehr bekommen.

Im besseren Ordnungssinn vielleicht? Aber meine Mutter räumt das Sodukuspiel für zwei zu den Halloweensachen, das Innere des Küchenzerkleiners aufs Klavier und die neue Maus vom Apple zu den alten Murmeln vom A.! Und falls es jemand bis hierher ausgehalten hat: selbstverständlich hab ich ihr schon sehr oft VERBOTEN ,bei mir irgendwas aufzuräumen, der H. hat ihr extra verboten, seine T-shirts zu bügeln, und der A. überlegt wohl auch schon, was er verbieten könnte, da siegt aber noch die jugendliche Faulheit.

Übrigens mag/mochte ich fast alle Mütter meiner Freunde/Ehemänner recht gerne. Bis auf die erste – die ist aber auch dann später eine Freundin meiner Mutter geworden!
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Donnerstag, 26. Juli 2007

bitte nicht lesen!

da hab ich mich durch das machwerk "mitten in der nacht" oder so ähnlich, einem bestseller zu unrecht sozusagen, gequält und was lese ich heute im profil? der herr glavinic schreibt in seinem nächsten roman mit dem sinnigen titel "das bin doch ich" über einen mann, der gerade an einem roman mit dem titel "mitten in der nacht" oder so ähnlich ... ich hätte nicht gedacht, dass es noch eine so deutliche steigerung der fadesse geben kann, denn wie wird das bitte sonst werden?

deshalb hab ich heute beim baden auf der wiese einer mir quasi völlig unbekannten anderen nackerten den neuen und ersten roman ihres mannes abgekauft. allein ihre lautstarke schilderung des plots - beamter der niederösterreichischen landesregierung will nicht mit nach st.pölten übersiedeln und wird deshalb spion - hat mich zur lektüre der ersten zwei seiten des von ihr praktischerweise gleich mitgebrachten ansichtsexemplars gebracht und die waren überzeugender als alle föijetonz miteinander. und ich möchte jetzt ein bisschen weiterlesen;-)
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hier fehlt was;-)

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