eigentlich will ich ja das auftragswerk über frau und holz schreiben (hier fehlt noch der begründende link), stattdessen muss ich jetzt einfach drauflosjammern. insofern wird auch aus einem lebensfreudigen (hier fehlt noch der begründende link) eintrag über bau/durchgestrichen frau und holz nix, stattdessen aber jetzt wirklich:
wieso kommt - und zwar nur wenn ich am apple vom h. sitz dort wo ich kommentieren kann, jeder kommentar zweimal, wieso kann ich in manchen blogs (catissimas z.b., hier fehlt natürlich der sich aufdrängende link) gar nicht kommentieren, gibt es keinerlei unterstützung für links und bilderl und schräg und fett oder was auch immer?
*
naja, wie auch immer: als ich gerade einmal zwei tage in meiner jetzigen, damals für mich also recht neuen funktion/abteilung verbracht habe, kamen einige andere auf die gute idee, dass ich den mit meinem vorgänger angeblich fixierten vortrag innernhalb der nächsten woche zum thema sicherheit vor dem forum bau-holz doch auch halten könnte. weit entfernt davon, nein zu sagen - nicht etwa weil die aufgabe so umfangreich gewesen wäre (noch einen link zu relatief denken) - sondern aus blanker dummheit, in der ich nicht erkannte, was der eigentliche zweck dieser gemeinen einladung war, stand ich dann mit einer abenteuerlich knappen vorbereitung vor einem reichlich nicht wohlwollendem publikum, und es war mir eine große lehre ...
jahre sind seither vergangen, ich hab mir bei jedem wind und wetter (wer braucht schon einen link) auch so was wie kompetenz außerhalb meines schuhwerks eingehandelt, und kann in der zwischenzeit auch über so ziemlich jede branche ...
aber zurück zum holz: mindestens zwei fotos von mir mit dem thema holz haben schon die überaus verbreitete zeitung "der tischler" geziert, publiziert wurden sie allerdings unterm namen vom h., denn der war dort graphiker, nur fotografiert haben wir vorher gemeinsam. man glaubt gar nicht wie schön die türen der opec in wien sind (hier fehlt ein bild), oder harfenköpfe im musikhistorischen museum (hier fehlt auch ein bild und der link mit den zeiten der sehr empfehlenswerten kinderführungen), es gibt eine menge bars mit schönen holzböden und ich merk grad dass ich mich sozusagen am holzweg verirrt habe, da mir absolut nix mehr dazu ...
la-mamma - 25. Jul, 20:41
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nie wieder werden sie meine mails an zahlreiche nicht-adressaten weiterleiten, nie wieder werden sie mich süffisant angrinsen, nie wieder werden sie mir eine rothmans schnorren, nie wieder werden sie unerbeten aber energisch meine partei ergreifen, nie wieder werden sie mir unsere langatmigen sitzungen durch ihre launigen flüsterkommentare verkürzen, nie wieder werden sie mich mit ihren geschliffenen worten erfreuen, nie wieder werden sie mir ihre funde aus dem netz mailen - von horoskopdeutung bis hin zu wirklich allen genderthemen, nie wieder werde ich die fleckerlteppiche an ihrer bürowand bewundern, nie wieder werden sie mir meine endlos großen präsentationen unbürokratisch verkleinern, nie wieder werden sie sich mit mir kabbeln als einer der wenigen in der firma, mit denen das auch wirklich spaß gemacht hat, nie wieder werd ich die augen verdrehen können, wenn ihr name am telefondisplay erscheint, weil ich sie wieder einmal ein halbes stündchen zu lang ignoriert hab, nie wieder werd ich ihre unheimlich bunten, großkarierten sakkos sehen und dabei innerlich über ihr modebewusstsein schmunzeln können, nie wieder werd ich eine mail beginnend mit liebste, werteste magistra als anrede und endend mit ihrem herzlichst gesendet bekommen -
das alles hätte ich ihnen lächelnd gesagt oder eher gemailt, wertester liebster doktor, wenn es drei monate später wäre, und sie tatsächlich in pension gegangen wären, wie es die zeitung ja schon behauptet hat, während ich jetzt dasitze und ziemlich heule, was sie wahrscheinlich gar nicht gedacht hätten, aber ich wünsch ihnen von ganzem herzen, dass sie jetzt und für alle zeiten
lächelnd auf einer wolke sitzen, denn sie haben im leben bei aller bitterkeit auch immer das heitere erkannt und gefühlt, sich als erstes selbst zum narren gemacht, waren ein mensch unter bürokraten, ein original und ein wohlwollender, auch wenn es nicht immer gleich zu merken war.
la-mamma - 23. Jul, 20:38
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während meines nächsten urlaubs gibt es einen langen, langen text unter "splitter". ist eigentlich kein text zum bloggen gewesen, ist zum glück auch ganz und gar nicht mehr aktuell, aber - na schaut selbst! außerdem stimmt die reihenfolge nicht ganz, ist aber anhand der überschriften "herzustellen". ahja und ein bisschen was davon hab ich auch schon verwendet, aber so wie jetzt gehört es in den kontext ...
la-mamma - 12. Jul, 07:07
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ein anderes kind seit seiner geburt kennst und es stirbt vielleicht, dann möchstest du vielleicht doch beten können.
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wenn du dann erfährst, dass es durchkommen wird, dann möchtest du es auch "der ganzen welt" erzählen.
über die weiteren folgen schweigen sich die ärtze bisher aus (auch weil es praktisch keine evidenzen gibt), aber das ist ja einmal das allerwichtigste, finde ich.
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Nur ein Leben.
Mädchen, will dir Blumen geben
Stürz dich jetzt ins Liebesleben
Reich sie dir mit feuchter Hand
Breche deinen Widerstand
Schau ich hab sie selbst gepflückt
Denn ich bin nach dir verrückt
Braut, ich geb dir gern ein Sträußchen
Komm wir bauen uns ein Häuschen
Denn für unsre starken Hände
Gibt es ganz bestimmt kein Ende
Und wir werden Blumen setzen
Statt einander zu verletzen
Mama, will dir Blumen schenken
Darfst dir meine Verse denken
Halt sie fest mit kleiner Hand
Und ansonsten spiel ich Sand
Schau wie schnell ich größer werde
Dank der guten Pflanzenerde
Schnitt.
Ach, die Hände sind ja ab.
Blumen welken jetzt am Grab.
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heute hab ich den ganzen tag beim angeln zugesehen, am schluss hab ich sogar die fische fast geschenkt bekommen. außerdem hab ich den anglern auch den ganzen tag beim biertrinken zugesehen, den anglerinnen beim rauchen und den anglerkindern beim herumtollen.
eigentlich ist es in der lobau schon interessanter.
edit:
die beweise für diesen artikel sind hier:
der fisch in der weiteren verarbeitung
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der von mir sehr geschätzte herr creature hat dieses thema angerissen, und mich lässt es eigentlich schon mein ganzes leben nicht los ...
ich fang einfach jetzt von hinten an:
heute bin ich eine sogenannte "vorgesetzte" - und hab mich zwar oft, aber sicher noch immer zu wenig damit auseinandergesetzt, was das/die damit verbundene autorität für mich bedeutet:
* jeden so behandeln, wie er behandelt werden möchte, ist nicht immer leicht, aber den versuch wert
* vertrauen darin aufzubringen, dass andere ihren teil ausreichend gut erledigen, ist auch nicht immer leicht, aber überlebensnotwendig geworden
* ich kann und muss kein untadeliges vorbild sein (obwohl das teilweise wirklich so gefordert wird) - wichtig ist nur, dass ich IMMER zugebe, wenn ich es genau nicht bin
* es wäre oft sehr viel bequemer, autoritärer zu agieren.
vorgestern (ok ist 12 jahre her) hab ich ein kind bekommen. ich kenne keine eltern, mit denen man sich nicht stundenlang über das thema *autorität, mangelnde, die... unterhalten kann
* natürlich bin ich nicht konsequent genug. ich frag mich bis heute, wieso es so leicht zu schaffen ist, beim "über-die-straße-gehen" alle autorität der welt walten zu lassen, und sie im supermarkt quasi an der eintrittstür zu verlieren.
* wenn ich je ein erziehungskonzept hatte, dann am ehesten überzeugen statt
bestechen überreden.
* h. sagt immer zu a., er ist das schlechte vorbild, der satz gefällt mir nicht, ich werde das mit ihm diskutieren müssen. ich hänge insgeheim der theorie an, dass vorbildhaftes verhalten quasi zu natürlicher autorität verhilft.
* es wäre oft sehr viel bequemer autoritärer zu agieren.
mittlerweile arbeite ich fast die hälfte meines lebens. und habe dabei sehr unterschiedliche chefs und leider nur einmal eine chefin gehabt.
* auf autoritäres gehabe bei anderen, insbesondere mancher chefs bin ich wirklich allergisch, und lasse die betroffenen meine verachtung ein bisschen zu deutlich spüren.
* aber ich arbeite daran, mehr respekt aufzubringen. ich will auch niemandem "mit meinem hass ehren", und ich bin ehrlich genug, mir einzugestehen, dass ich auch nur eine sehr begrenzte sicht auf die/den anderen habe. tut mir selber einfach besser, auch was gutes über sie/ihn zu denken.
und fast als letztes: natürlich bin ich auch selber erzogen worden.
von einer mutter, die der mode der sechziger (und zwar genau NICHT der achtundsechziger) schwer unterworfen war - drill, genauigkeit, weibchenamherd, usw. usf. mit einer menge schläge, die ich heute sicher nicht als gesund sondern eher als entwürdigend bezeichne, und an die sie sich bezeichnenderweise nicht erinnern kann.
und von einem vater, der selber recht früh vollwaise war, und der der integerste mensch ist, den ich kenne. außerdem eine art privatgelehrter, der uns (das gilt auch für meine schwester) nur mit liebe überhäuft hat. und mit dem ich mich heute so ziemlich über jedes thema und auch über alles persönliche sehr gern unterhalte. den satz hätte ich vor zwanzig jahren nicht sagen können ...
und zu guter letzt: wie sieht es mit autorität in beziehungen aus? darf es die geben? warum waren manche beziehungen unaufhörliche machtkämpfe und waren/sind es andere nicht?
die anderen machen mir jedenfalls mehr spass ...
*
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Herr
Humbug hat ins Blaue geworfen und in mein kleines Schwarzes getroffen.
8 zufällige Dinge, die mir genau jetzt zufällig einfallen
1.) Ich hatte einmal einen Lehrer, der hieß Coufal. Bei dem wäre ich fast durchgefallen, das war das einzige Mal, dass ich in diese Verlegenheit kam. Er unterrichtete „Prozessrechnen und Rechnerverbund“, was Extraspannendes. Damals hatte ich künstliche Fingernägel. Ok, vielleicht war ich zufällig auch einmal fast eine Tussi. Jedenfalls hat mich dieser Lehrer bei Betrachtung meiner wie üblich nicht funktionierenden selbstgebauten Schaltung angebrüllt: „Mit solchen Nägeln kann des jo nie wos wern!“ Dabei kann ich durchaus logisch denken. Wenn ich zufällig will.
2.) Beim Fernsehen fallen mir immer die Augen zu. Deshalb schaue ich eigentlich nur fern, wenn ich gerne ein wenig schlafen möchte. Meistens ist da auch zufällig was besonders Fades.
3.) Fast alle Urlaubsziele in letzter Zeit haben wir sehr zufällig ausgewählt, indem wir zuerst die Billigfluglinienseiten angesehen haben, danach die Preise und die Termine und an letzter Stelle, wohin wir da eigentlich kommen. Diese Methode kann ich für alle, die rechtzeitig planen können und die Zeiten halbwegs selbst einteilen, nur weiterempfehlen. Die teuerste und chaotischste Billigfluglinie ist übrigens die Ryan-Air.
4.)Zufällig esse ich sehr gerne Fisch. Heute bringt der A. vier nach Hause, zufällig ist Angeln sein neuestes Hobby. Sein Anglerlatein war auf Anhieb recht gut: Als wir das letzte Mal den Nachbarn den von ihnen geangelten Wels abkauften, der tatsächlich mehr als fünf Kilo wog, und die Beute daheim freundlicherweise mit meinen Eltern teilten, nahmen diese sofort an, dass A. bei seinem erst zweiten Angelausflug diesen Wels selbst erwischt hätte. Der liebende Großvater zum Enkel: „Hast du dich eh mit dem fotografieren lassen, wie du ihn herausgeholt hast?“ Darauf A in richtig vorwurfsvollem Ton: „Nein leider nicht, da waren die ja grad spazieren!“.
5.) Der letzte Mensch, den ich zufällig getroffen habe, ist zufällig auch der einzige Bisexuelle, den ich überhaupt zufällig kenne.
6.) Gestern hatte ich so hohe Schuhe an, dass ich die ganze Zeit fürchtete zu Fall zu kommen. Im Sinne von Punkt 1, Abs. 2 muss ich das jetzt aber als Rückfall interpretieren.
7.) Entgegen anders lautenden Gerüchten ist mir in meinem Leben auch nicht alles einfach so zugefallen.
8.) Manchmal neige ich auch zu fal schen Schlüssen.
Und jetzt dachte ich zufällig an:
svashtara , werf weiter zum
professor , und zur
tilak, sowie
relatief weit, auch ins
niemandsland, ...
mist, da war´s ja schon auch noch nicht - aber hierher noch zum abschluss und zur wiederkehr:
testsiegerin
und die zwei,drei, die noch fehlen, mögen sich dann bitte bei mir melden!
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..aber da die reisezeit wohl da ist ...
dieser beitrag ist natürlich viel zu lang, die zweite hälfte ist aber lustiger als die erste
Nach meinen überaus traurigen Erfahrung bei der Verlegersuche für Qualitätsprosa (– ein einziger Chefradakteur hat das Manuskript noch nicht abgelehnt, was vielleicht daran liegt, dass er es noch gar nicht kennt-) habe ich mich entschlossen, einen Reiseführer zu verfassen. Etwas gewitzter bin ich natürlich mittlerweile auch – ich kündige hiermit nur mehr die Highlights an, bei allfälligem Interesse liefere ich gerne das zweihundertseitige Werk aus meiner Schublade nach.
Als beschriebener Ort schwebt mir mein touristisch völlig unerschlossener Wohn- und Arbeitsbezirk in Wien vor. Zielgruppe sind alle, die glauben, schon alles zu kennen, alle, die sich im Urlaub auf Land und Leute einlassen wollen oder die, die aus Überzeugung und/oder altersgruppenbedingt (fast) nichts ausgeben wollen. Also praktisch jeder, der auch für wirklich gute Belletristik anfällig sein könnte.
Der Inhalt besteht ausschließlich aus Geheimtipps: Zum Beispiel: Vor ein paar Jahren hat in einem ganz uninteressanten anderen Bezirk eine echte Schnapsidee Furore gemacht – zwei recht jugendliche Architekten haben einen Münzbalkon (www.muenzbalkon.com) installiert. Das kann ich locker toppen – mein diesbezügliches Sonderangebot: Balkon mit Aussicht auf den Milleniumtower , das angeblich vierthöchste Gebäude Mittelereuropas. Und mit Einsicht auf mein frisch renoviertes Wohnzimmer, sowie Ansicht einer angeblich ziemlich attraktiven Dame sowie Absicht derselben, zur Unterhaltung beizutragen. Über den Ausschank von Getränken ließen sich Preisabsprachen treffen.
Das eben zitierte Gebäude – nicht mein Balkon, der Turm - ist natürlich auf vielerlei Weisen genutzt. Im Keller des Milleniumtowers habe ich erst kürzlich ein Wohlfühlklo entdeckt, das kostet auch nur lächerliche dreißig Cent, und die haben Sie sicher vorher an den Spielautomaten gewonnen. Auf 2tausendirgendwas Kinosesseln lassen sich die Kinokarten wie in allen grausigen Plexxen, die ich kenne ja zumindest weidlich ausnützen – einmal am Nachmittag Eintritt bezahlen und die Rallye zwischen den bereits etwas länger laufenden Mainstream-Fadessen und dem Programmkino zum Spätesttermin kann losgehen.
Noch billiger kommen allerdings die bei uns im Sommer allenthalben aufgestellten Open-Air-Kino-Leinwände. Die Filme sind jedenfalls besser, und ab und zu gibt es sogar Freibier dazu (www.volxkino.at). Ich schlage eine Fortsetzung auch im Winter vor, da könnte man ja dann Glühwein oder Punsch ausschenken. Und Ihren Pass wird schon keiner verlangen, um allfällige Wahlberechtigungen zu klären.
Wenn das Wetter weiter so schön bleibt (wiener wetter auf www.zamg.ac.at) , kann man stattdessen bei uns auch jederzeit gratis ins Wasser springen – das liegt daran, dass wir hier immer schon auf einer Insel wohnen, neben die eine weitere Insel gebaut wurde. Wer die Bezirksgrenzen nur ein bisschen überschreitet, kommt zu einer Anhäufung schwimmender Lokale, der sogenannten Copa Cagrana, die bei unserer letzten Hochwasserkastastrophe im deutschen Fernsehen sogar zum überschwemmten Stadtteil dramatisiert wurde. Jedenfalls gibt es auf der ganzen Donauinsel (www.donauinsel.at) keine Autos, dafür jede Menge frische Luft, Fahrradfahrer, Inlineskater, Imfreiengriller und Konzerte aller Art, die sich bei schlechterem Wetter und gutem Wind nach vorheriger Absprache auch noch von meinem Balkon verfolgen lassen. Grillen ist bei uns in der Anlage allerdings weniger gern gerochen.
Ein anderes kleines, feines Bauwerk, hätten wir auch noch zu bieten: Die Brigittakapelle (www.wien.gv.at/licht/brigittakapelle.htm) , von der erst kürzlich eine Kollegin von mir behauptete, ein türkischer Sultan hätte einst dort gezeltet und sie als Dank, da er von einer Schwedenkanonenkugel verschont geblieben war, die just neben ihm entweder sehr verzögert oder stark verfrüht eingeschlagen haben muss, errichtet. Wieso es denn keine Moschee geworden sei, konnte sie nicht befriedigend erklären. Mittlerweile haben wir wenigstens eine Moschee in der Nähe, viel lebenswichtiger für mich oder für manche Touristen ist der kleine türkische Supermarkt, der sich auch Konditorei nennt, und bei dem es auch am Sonntag abends ofenfrisches Brot als Gratiszugabe bei einem Einkauf ab 10 Euro gibt. Da die Preise so moderat sind, ist es mir zwar noch nie gelungen, diesen Extrabonus mitzunehmen, aber unsere rigiden Ladenöffnungszeiten tangieren mich seither einfach nicht mehr und lassen Sie als Touristen auch nicht mehr Kopf schütteln!
Und als letztes würde ich dann unsere Bezirksoriginale beschreiben: Meine Schwester, meine Kollegin von oben und den Müller Franz. Eine zusammenfassende Leseprobe:
anm: die zweite hälfte fängt hier an:
Eines stark verregneten Abends ruft mich meine Schwester völlig verzweifelt an – bei ihr wird gerade das Dach neu gedeckt und just jetzt regnet es heftig „durch“. In ihr Wohnzimmer – da steht die neue Couch – in ihr Schlafzimmer – da steht der neue Computer – und wahrscheinlich fängt es in der Küche auch bald an. Die sei aber eher alt, und Auffangbehälter hätte sie sowieso keine mehr. Meinen lapidaren Rat, die Feuerwehr anzurufen, ignorierte sie einfach. Das teilte sie mir aber erst am nächsten Tag mit – sie hätte sich einfach nicht getraut, wegen so einer Lappalie den Notruf zu besetzen … Wie das im Büro so ist, man bespricht ausführlich beim Frühstückskaffee den Tagesarbeitsplan, ich teile alles schön ein, und weil ich die Chefin bin, müssen sich die Leute meine Anekdötchen aus dem Privatbereich notgedrungen auch noch anhören. Sie lachen ein bisschen gequält, und die ganz Mutigen assoziieren dann eigene G´schichterln, die sie dann mir erzählen.
Gerda: „Du – die Feuerwehr kann man aber auch wegen ganz anderer Sachen anrufen!“
Ich: „Ja ich weiß, entlaufene Hunderl, verflogene Vogerl ,….“
Gerda: „Kennst den Müller Franz?“
Ich: „Nein warum?“
Gerda: „Na, ich hab mir gedacht vom Sehen vielleicht?“
Ich „Du, wenn ich Leute vom Sehen kenne, weiß ich immer Vor- und Nachname“.
Dezentes Gelächter des anwesenden Zuhörers.
Gerda: „Außerdem wohnt er über mir, aber das kannst du ja nicht wissen!“
Der Zuhörer: „Du kennst ihn ganz sicher! Den kannst du gar nicht nicht kennen! Ich kenn ihn auch, und ich wohn ganz woanders!“
Gerda: „Außerdem hast du doch früher in der Nähe gewohnt!“
Ich: „Schon, aber ich kenn nur den Wahnsinnigen aus dem 31er (www.wienerlinien.at )!“
Unser Zuhörer: „Den kenn ich auch, der ist es nicht, der wohnt beim XY im Haus!“
Ich: „Ja genau, dem seine Frau fürchtet sich auch! Aber – wolltest du nicht was über die Feuerwehr erzählen?“
Gerda: “Langsam, langsam, hörts mir zu!! Ich werd ja dauernd unterbrochen!“
Gelächter.
Gerda:“ Kennst du so Küchen mit Hängekästchen? So wie man das früher gehabt hat?“
Ich: „Du meinst Nicht-Einbauküchen?“
Gerda: „Schon Einbauküchen, aber es ist eben nicht alles eingebaut!“
Ich gebe zu, dass ich mir hängende Kästchen gerade noch vorstellen kann. (Ich bin unmerklich jünger.)
Gerda:“ Eigentlich ist das gar keine Geschichte über den Müller Franz.“
Unser Zuhörer: „Die Feuerwehr ist bis jetzt aber auch nicht vorgekommen“.
Gerda:“ Der Müller Franz hat nämlich eine Frau, die Helga.“
Wir: „Echt, der hat sogar eine Frau?“
Gerda: „Ja, aber – schade dass du nicht weißt, wer das ist, die Frau passt nämlich so gut zu ihm!“
Wir schauen sie ratlos an, unser Zuhörer gibt zu, dass er die Frau auch nicht kennt.
Gerda: „Na macht nix, ich beschreib sie euch kurz: Sie ist – was man sich so in Inseraten unter vollschrank vorstellt. Ungefähr so:“ und dann holte sie mit beiden Armen ganz weit aus.
Gerda: „Also – eines Tages läutet es bei mir, vor der Tür steht die Tochter! Ganz verweint!“
Wir: „Was – eine Tochter hat der Müller Franz auch?“
Gerda: „Ja, und die war damals höchstens zehn! Und die sagt nur: die Mama, die Mama, bitte komm rauf! Da bin ich natürlich sofort mit hinaufgestürzt. Und dann führt mich die Kleine in die Küche und da hat sich die Halterung von den Hängekasterln wahrscheinlich aus der Wand gelöst und da muss die Helga gerade was in der Küche gemacht haben und da ist die Helga zwischen den Hängekasteln und der Arbeitsfläche darunter …..“
Ganz und gar nicht dezentes Gelächter.
„Und die Helga schreit: Hilf mir, ich komm da nicht heraus … Und da hab ich versucht, die Hängekasterln zu heben, aber ich hab ja nicht so viel Kraft, also nicht einmal zwei Zentimeter in die Höhe hab ich sie gebracht, und da sagt die Helga, bitte ruf den Franz an! Und ich sag, wozu soll ich den Franz anrufen, ist der in der Nähe und so stark ist der ja wohl auch nicht? Und sie sagt, in der Nähe ist er nicht, aber ich weiß nicht, was ich sonst machen soll …“
Ich kürz jetzt ein bisschen: Mit dem Franz wollte die Helga dann unbedingt selber reden, also hat die Gerda der Helga das Telefon zwischen die Hängekasterln und die Arbeitsfläche geschoben, natürlich nachdem sie die Nummer eingetippt hat. Und der Franz hat nicht heimkommen wollen, da hat die Gerda dann halt doch die Feuerwehr angerufen. Das Eintreffen derselben konnte sie aber nicht mehr abwarten, denn wirklich helfen hätte sie der Helga ja eh nicht können ….
Eine Woche später sitze ich mit dem Zuhörer bei unserem Stammchinesen – selbstverständlich auch im zwanzigsten Bezirk. Gleich daneben der Müller Franz. Und warum die Geschichte noch viel lustiger gewesen wäre, wenn ich gewusst hätte, wer das ist, versteht nur, wer den vom Sehen kennt. Ich tus seit fünfzehn Jahren. (www.homepagehaternoch.net)
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