Montag, 7. April 2008

fremde federn

die folgende kurzgeschichte wurde von a. verfasst und steht hier

weil er sich ganz viele kommentare wünscht

auf seine ausdrücklichen wunsch. dass wir beide gerade an den schattenkindern lesen, hab ich ja schon erwähnt, und hier ein kleiner eindruck davon. es ist der bevölkerung strengstens untersagt, mehr als zwei kinder zu haben ...


„War es eines?“, dachte sich Luke, als er ein Gesicht im Haus vis-à-vis entdeckte. Als er erneut hinüberblickte, war es verschwunden. Er versuchte sich an das Gesicht zu erinnern. Ob es ein Kindermädchen gewesen war? Nein, das hätte er kommen gesehen. Also musste es ein Kind sein. Ein drittes! Er überlegte den ganzen Tag, wie das sein konnte und wie er damit umgehen sollte. Am Abend hatte er kaum Appetit und war geistig abwesend. Am nächsten Tag überkam ihn die Idee hinüber zu laufen. Doch er traute sich nicht, es war zu gefährlich erwischt zu werden, von seinem Vater und von anderen Baronen. Daher arbeitete er sehr lange an seinem Plan, damit dieser auch ganz sicher war.
Als er mit der Arbeit fertig war, spielte das Wetter nicht mit. Erst ein paar Tage später wagte er sich hinüber. Zuerst zählte er nach, ob auch wirklich alle Barone ihre Häuser verlassen hatten. Dann suchte er die Häuser nach Licht, Autos und Menschen ab. Er sah niemanden.
Mit seinem ersten Schritt ins Freie atmete er die frische Luft des Gartens ein, roch die jungen Pilze und die Sonne schien ihm fröhlich ins Gesicht. Dieses Gefühl hatte er seit fast einem Jahr nicht mehr gespürt. Er setzte den zweiten Fuß ins kühle, nasse Gras. Die Grashalme kitzelten ihn an den Zehenspitzen. Einen Moment lang blieb er still da stehen, um dem schönen Gesang der Vögel zu lauschen. Blitzschnell sauste er hinter den Werkzeugschuppen. Sein Herz raste. Er musste eine kurze Pause machen. Sofort danach flitzte er weiter. Am Baum vorbei. Über den Zaun. Und in das Haus. Doch, da war etwas, das er nicht eingeplant hatte. Ein Fliegengitter. Gartentüre war offen, doch das Fliegengitter war es nicht. Luke überkam Panik, er wusste nicht, was er machen sollte. Ihm fiel ein, dass ein Draht, der so dünn war, schnell reißt. Er schlug zu, so fest er konnte. Er durchbrach das Fliegengitter, dabei schnitt er sich das Handgelenk auf. Es schmerzte sehr, aber er öffnete schnell die Schiebetür. Beim Hineingehen tropfte sein Blut auf das Parkett und auf den Teppich.
Er trat in einen anderen Raum ein, dort saß auf einem Stuhl und vor einem Computerbildschirm ein Mädchen. Als sie ihn bemerkte, sprang sie auf und griff ihn an. Sie schnappte sich seinen Arm und drehte ihn so weit um, dass Luke schrie. Doch schnell erkannte sie, dass er keine Gefahr für sie darstellte. Sie deaktivierte die Alarmanlage und fragte:„Wer bist du?“
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Sonntag, 6. April 2008

same procedure as last year?

ich hatte wirklich immer glück mit den schwiegermüttern, noch-nicht-schwiegermüttern oder de-facto-schwiegermüttern.
als gestern meine aktuelle vor rührung weinte, weil wir ihr als echte überraschung zu ihrem geburtstag den kaiserwaggon im riesenrad gemietet haben, und als dann noch das wetter mitspielte und die aussicht wirklich wie geplant schön und sonnenuntergangsmäßig kitschig war, und als ich so an meinem champagner nippte und alle anderen betrachtete, spürte ich, dass ich gerade diese fast achzigjährige mit ihrem hausverstand, ihrer aufrichtigkeit und ihrer lebenstüchtigkeit auch ganz besonders mag.
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Mittwoch, 2. April 2008

göttinnen

https://www.kosmostheater.at/

oder "dezenz ist schwäche" - hingehen, anschauen, mitlachen ...
schwere empfehlung für einen sehr witzigen abend!
zwei frauen - zwei superstimmen, selbstgeschriebenes programm, keine sekunde leerlauf - einfach gut! ich meine: wirklich gut!!!
heute gestern war ich in der premiere, gespielt wird´s nur bis zum 5.4.!
und - die beiden haben auch dich als publikum verdient ....
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Samstag, 29. März 2008

wochenendrätsel;-)

r3

die lösung enthält keinen umlaut!

wer oder was ist das?
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Freitag, 28. März 2008

schattenkinder

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eine woche lang beobachtete ich den a. beim intensiven lesen an einem bestimmten taschenbuch, bis ich auch anfing ... und die geschichte ließ mich nicht mehr los. die ersten vier bände haben wir dank des herrn osterhasen daheim, die nächsten drei oder vier bestelle ich spätestens morgen für uns(!) ...
es gibt sie doch: neue kinderbücher, die auch die eltern fesseln. erzählt werden die abenteuer der sogenannten schattenkinder, kinder, die in einem zukünftigen totalitären regime aufgrund der nahrungsmittelknappheit eigentlich gar nicht existieren dürften, da pro familie nur mehr zwei kinder erlaubt sind. dennoch gibt es sie, versteckt von ihren eltern oder sonstigen verwandten, immer in angst vor der sogenannten bevölkerungspolizei. die helden und heldinnen sind fast alle so um die zwölf,und mit ihnen lernen die leser und leserinnen zwangsläufig viel über diktatur, verrat, unterdrückung, gleiche und gleichere, verteilungsungerechtigkeit - und das alles in einer einfachen sprache erzählt, ohne erhobenen zeigefinger, eher als fiktive beobachtung.
sehr empfehlenswert finde ich das ganze, bücher, die fragen aufwerfen, und über die es sich lohnt, mit (fast)teenagern zu debattieren!
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Dienstag, 25. März 2008

ausweiskontrrrolllle ...

aber - ist ein führerschein ein ausweis?

wenn ich selber wegfliege, scheint es mir unvermeidlich, meinen reisepass mitzunehmen. wenn ich mit a. fliege, packe ich auch gerne seinen dazu ein. wo es mich ja auch viel geduld gekostet hat ihn zu bekommen. während ich für die nacherzählung dann immerhin wiederum den einen und einzigen preis meines bisherigen schreiblebens bekommen hab ...
wenn der a. ohne mich fliegt, brauche ich aber auch einen reisepass, den aber nicht wirklich. wie das?

heute am check-in-schalter:
hinter uns drei leute.
mitarbeiterin 1 der segensreich billigen fluglinie: wie alt bist du denn?
der a: ich bin gerade noch zwölf.
m1: ah, ein unbegleiteter minderjähriger ("um" im jargon).
und schaut ein wenig ratlos, hat aber seinen pass schon aufgeschlagen.
mitarbeiterin 2 von daneben: wollen sie mit hinein?
ich: ja gern
m1: ah, da ist ja das formular. und sie schreibt. und schreibt.
hinter uns 10 leute.
m1 gibt mir das formular. und ich schreibe und schreibe. name, adresse, telefonnummer der abgebenden. name, adresse, telefonnummer der abholenden.
drunter meine unterschrift. daneben steht "ausweisnummer: ..."
hinter uns 15 leute.
ich: brauchen sie einen ausweis?
m1: nein - äh - doch.
ich gebe ihr meinen führerschein.
m1: das ist kein ausweis.
ich: sicher ist das ein ausweis, das ist mein führerschein.
m1: eben, das ist ein führerschein und kein ausweis.
ich: also, den hat eine österreichische behörde ausgestellt, der hat ein foto drin und da steht die eindeutige nummer. sie werden mich damit jederzeit finden können.
m1: da muss ich fragen.
hinter uns zwanzig leute.
m1 ruft ihre kollegin an, das gespräch ist kurz.
m1: ok, es geht.
ich: sag ich´s doch.
m1: aber das sind unsere bestimmungen.
ich: ist ja egal, könnten wir vielleicht das mit dem gepäck noch erledigen?
der a. bekommt außerdem ein schönes sackerl, da kann er seinen pass und seine board-karte hineingeben, da steht drauf, dass er deutsch spricht und wo er hinsoll, lauter lebenswichtige informationen halt.
wir wandern zum richtigen durchgang. um-begleitungen kriegen nämlich nur an genau einer stelle ihr berechtigungsschild zum mithineingehen. im tausch gegen einen ausweis.
wir kommen zum gate.

mitarbeiterin3 der segensreich billigen fluglinie zu uns in zehn metern entfernung:
kommen sie bitte einmal her!ja genau, sie beide!
ich wundere mich, das boarding hat ja noch gar nicht begonnen, aber vielleicht fertigen sie es diesmal die um als erste statt wie bisher gewohnt als letzte ab.
m3: sie haben um-service gebucht?
ich: also gebucht würde ich nicht gerade sagen.
m3: eben, das kind ist ja schon über zwölf.
ich: ja - und?
m3: also das um-service kostet 25 euro. möchten sie das?
ich: und wenn nicht?
m3: dann nicht. schafft er´s auch allein?
a: ich bin wiff!
ich: ich glaub schon, was machen wir jetzt?
die m3 nimmt das sackerl, räumt den inhalt raus und schmeißt es weg.
m3: so, jetzt ist er nicht mehr um, tut mir leid, die kollegin hat sich geirrt, die hat das alter übersehen.
ich scherze völlig unnötigerweise: ja, meinen führerschein wollt sie auch nicht als ausweis gelten lassen.
m3: ein führerschein ist doch kein ausweis! wenn sie wegfliegen, brauchen sie einen pass!
dass ich noch immer nicht mitfliege, hab ich mir nur ganz leise gedacht.

und jetzt hoff ich, dass der a. mitsamt seinem gepäck gut ankommt. denn letzteres ging bei seinem letzten "um"-flug unwiederbringlich verloren ...
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Montag, 24. März 2008

die dritte sache

irgendwo hab ich gelesen, dass jedes paar eine dritte sache braucht. da scheint wirklich was dran zu sein. kinder sind das sinnigste beispiel. oder hausbauen. oder ein gemeinsames projekt.
weil man aber über ungelegte eier (noch) nicht so viel gackern sollte, lass ich das so kryptisch da stehen. bereits erfolgte nebenwirkungen:
- einkommenssteigerung
- verbesserung des verhältnisses zu meiner mutter;-)
- respekt vor den beiträgen des/der anderen
- spaß daran
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Sonntag, 23. März 2008

wie hältst du´s mit der religion?

"Als erstes sag ich euch eines: Es gibt kein Christkind und den Osterhasen gibt es auch nicht!", sprach die Lehrerin Frau S. in der ersten Religionsstunde meines Lebens. Ich hatte das zum Glück schon vermutet, die Hälfte der Klasse brach spontan in Tränen aus.
Im Jahr drauf bekamen wir dann den Herrn Pfarrer in Religion und im quasi verpflichtenden Kommunionsunterricht. Der Herr Pfarrer konnte sehr anschaulich erzählen, ich lebte und litt mit bei seinen Geschichten, ich glaubte ihm alles bis zu Jesu Tod, nur dass das Ende dann doch ein gutes war, das glaubte ich ihm nicht. In diesem Jahr mussten wir alle jeden Sonntag zur Messe, von ihm persönlich kontrolliert. Meine Eltern stritten, wer mich denn begleiten müsse, an einen früheren gemeinsamen Kirchgang kann ich mich nicht entsinnen. Als die Kommunion näher rückte, mussten wir auch noch sämtliche Maiandachten besuchen - jeden Tag im Mai gab es eine, und ich glaube, die sind nicht nur für Siebenjährige ein wenig mühsam.

Die Wende begann mit unserem Wochenendhaus. Jeden Sonntag gingen alle Kinder im Dirndl oder im Trachtenanzug, genauso wie alle Eltern im Sonntagsstaat in die Kirche. Die Männer saßen rechts, die Frauen links, die meisten mit Kopftuch. Die Kirche war klein und immer voll. Nicht so gern saßen wir neben den Bäuerinnen, die rochen so anders als wir. Am weitesten vorne saß die einzige reichere Familie des Ortes, die sprachen mit allen anderen nicht viel. DIe Einheimischen unterhielten sich mit uns Wienern auch nicht viel, die Flüchtlinge schauten zu, dass sie so bald als möglich weiter flüchten konnten, und mit ihnen wurde - natürlich nur aufgrund der Sprachbarrieren - erst recht nicht gesprochen. Die Messen dauerten höchstens eine halbe Stunde, der Pfarrer war schon sehr alt, gebrechlich und recht wortkarg.

Und dann kam Pater T. aus Bulgarien. Sein Deutsch war ausgezeichnet, seine Bildung wahrscheinlich auch. Eine normale Predigt bei ihm dauerte 40 Minuten. Zu den höheren Feiertagen ordentlich länger. Er begann meistens bei der Jungfräulichkeit Marias und kam bis zu den notwendigen Reparaturen der Gartenzäune - mit vielen Exkursen dazwischen. Meistens dachte ich an etwas anderes. Oft genug kicherten wir über Dinge, an die ich mich nicht mehr erinnern kann. Die meisten Ostern lag noch viel Schnee, insbesondere am Karfreitag saßen wir oft fast drei Stunden auf den harten, kalten Bänken und warteten auf die Auferstehung. Die Buben stoppten die Predigtzeiten, die Männer gingen währenddessen gerne hinaus. Niemanden störte im Lauf der Jahre wirklich, dass der Pater T. ein wenig vom Ort entfernt zu einer Freundin und zwei Kindern kam. Bei unter tausend Einwohnern lässt sich halt nichts verbergen. Wirklich gram wurde ihm die Pfarrgemeinde erst, als er in der Predigt verkündete, dass er die Dienste der Dame, die für den Blumenschmuck sorgte, nicht mehr benötige.

In Wien kam ich zu den Pfadfindern und zu einem besseren Religionsunterricht. Von den Pfarrern und Novizen, die ich da im Lauf der Jahre kennen lernte, ließen sich vier von fünf laisieren.
Prof. L. (kein Geistlicher), der uns unter anderem Celan näherbrachte und es schaffte, dass auch die "Abgemeldeten" in der Klasse blieben, weil sie mitreden wollten, gab seinen Beruf auch auf. Er zweifle für seine eigenen Maßstäbe zu viel, sagte er uns zum Abschied, die Texte, die er uns mitbrachte, hob ich zwanzig Jahre lang auf.

Und irgendwann fiel mir auf, dass es vielleicht sinnvoller wäre, statt immer nur den Satz "Ich glaube an die Heilige Katholische Kirche" im Glaubensbekenntnis auszulassen, darüber nachzudenken, ob ich sonst noch an irgendetwas glaubte. Wenig kam heraus, eine Grundidee, dass es vielleicht Dinge gibt, die wir nicht verstehen. Eine Art Respekt vor einem brauchbaren Regelwerk für halbwegs anständiges Verhalten. Das hätten aber andere Religionen im Prinzip auch. Viel Zynismus, an dem der Professor, dessen Spezialgebiet das frühe Christentum und die Häretiker waren, keinen geringen Anteil hat.

Ich bin recht spät aus der Kirche ausgetreten, ein kurzer Akt, den man bei uns am Magistrat bekannt gibt. Der zuständige Beamte hatte nicht etwa Akten auf seinen Regalen stehen, sondern nur Steine. Jeder feinsäuberlich mit Funddatum und Herkunftsberg beschriftet.
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hier fehlt was;-)

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