Samstag, 19. Januar 2008

manchmal

hätte ich gern mehr kraft, mehr mut und mehr unbekümmertheit, statt höhenangst, vernunft und ein paar falten.


Bild-2

ps: das bin diesmal nicht ich. aber ungefähr genau an dieser stelle, hab ich recht deutlich erkannt, wo meine grenzen sind. und das war nicht wirklich lustig. immerhin hab ich mich dann eine woche von dem schreck erholen können ...

pps: ich hätte auch von all den netten leuten, die wir getroffen haben, erzählen können. in der kleinen frühstückspension, in der wir untergebracht waren, herrschte eine ganz eigene harmonie zwischen ausgesprochen unterschiedlichen gästen. in manch einer gondel wurde deutlich mehr geblödelt als es den sprachbarrieren nach möglich schien. am ende mancher schitouren verabschiedeten sich wildfremde leute von uns. ein belgier mit kamera filmte auch noch den h. - weil er so cool ist. schifahren kann er jedenfalls besser als ich.
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Freitag, 11. Januar 2008

abwesenheitsnotiz/vorankündigung

hier wird geurlaubt;-)
dekadenterweise fliegen wir morgen früh in den nächsten schiurlaub. war allen ernstes billiger als die anreise per bahn. inklusive aller spesen.

den urlaub haben wir uns redlichst verdient - gestern wurden die 2000 exemplare von "my vienna" angeliefert. in paketen zu fünf stück. ist nur eine ganz triviale mathematikaufgabe sich ungefähr den benötigten raum dafür vorzustellen. aber 10 hab ich heut eh schon so nebenbei verkauft;-)
und wenn die hp dazu fertig ist, dann steht dem großen durchbruch nichts mehr im weg gibt es eine ordentliche ankündigung und einen schönen link dazu!
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Mittwoch, 9. Januar 2008

was wir nicht (mehr) sind

der a. verbrachte die weihnachtsferien bei seinen großeltern, samt lieblinksonkel und lieblingscousin (ok - cousin hat er nur den einen). ungefähr eine stunde nach seiner glücklichen heimkehr - anwesend waren der h., den er nun doch auch schon fast vier jahre kennt, sowie ich, das muttertier - ruft sein bester freund an.
a. am telefon: "hach - endlich eine vertraute stimme!"
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Sonntag, 6. Januar 2008

alt werden, aber richtig!

als kind wusste ich genau, was eine familienschönheit ist: die tante steffi. eine familienschönheit muss ziemlich dick sein und karierte schürzen tragen. gut kochen konnte sie auch, in ihrer wohnung trauten wir uns allerdings kaum, uns zu bewegen.
einer der gründe dafür war der onkel tikwart, ihr zweiter mann. ich muss schon erwachsen gewesen sein, als ich drauf kam, dass tikwart gar kein vorname ist. dieser onkel wiederum ging als der brennende onkel in die familienchronik ein, wiewohl ich die geschichte nur vom hörensagen kenne, da ich bei der hochzeit meiner eltern natürlich nicht dabei war. bei der hochzeit meiner großeltern war ich dagegen schon dabei, aber das führt jetzt zu weit.
jedenfalls wollte der onkel tikwart seine kostbare virginia nicht vergeuden,und sie daher keinesfalls während der trauung unbeaufsichtigt in irgendeinem aschenbecher liegen lassen, also steckte er sie kurzerhand in seine hosentasche. vermeintlich nicht glühend. die zeremonie wurde durch unfeierlichen feuerlichen geruch ein wenig getrübt, erzählten die anderen tanten immer mit einer gewissen schadenfreude. schließlich waren sie alle nicht die familienschönheiten.
irgendwann verstarb der onkel tikwart, und da entschloss sich die tante steffi ins tal und ins altersheim und damit auch näher zu meiner großmutter, ihrer jüngsten noch lebenden schwester zu ziehen. wir besuchten sie oft, mittlerweile verstand ich schon auch, dass die tante steffi tatsächlich einmal sehr hübsch gewesen sein musste. jede woche ließ sie sich auch im altersheim die haare machen, und sie war immer tadellos gekleidet, jetzt halt ohne schürze.
nach ein paar weiteren jahren stellte sie uns den onkel ernst vor. den hatte sie im park kennen gelernt. ein paar jahre jünger,schon ein wenig schwerhörig, aber - und das war das schönste - immer noch mit eigenem auto unterwegs. bei allen familientreffen achtete jeder andere verwandte sorgfältig aufs kennzeichen aus v, keiner wollte mit dem onkel ernst streiten müssen, weil er immer auf gehör ausparkte. oder vielleicht auch mehr auf gefühl. der onkel ernst war das beste, was der tante steffi passieren hatte können. fast jeden tag stellte er sich ein, um sie zu einem ausflug abzuholen, zum essen auszuführen,oder um einfach nur spazieren zu fahren. der rest der verwandtschaft war begeistert - bis auf meine großmutter. "jedesmal vergessen sie, ein fenster zuzumachen!", "wie komm ich überhaupt dazu, dauernd meine wohnung herzuborgen?", jammerte sie meine mutter an. da war die tante steffi auf jeden fall schon 80.
und eines tages verkündete die tante steffi, aus dem altersheim wieder aus- und mit dem ernst zusammenziehen zu wollen. "bist du verrückt? du weißt ja gar nicht worauf du dich da einlässt?", fiel noch unter die milderen reaktionen. das könne sie sich nicht mehr zutrauen, wer weiß, wie lange der onkel ernst noch so agil sei, sie habe doch seit jahren schon keinen supermarkt mehr betreten müssen ...
die tante steffi ließ es sich ausreden, der ernsti kam weiterhin. und die wohnung meiner oma haben die beiden aufgesucht bis die tante steffi gestorben ist.
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zug um zug

"Sein Leben gleiche einem Zug, der zwar hin und wieder durch schöne Landschaften fährt, aber er macht nirgends Halt, dass er aussteigen könnte, um gegebenenfalls zu verweilen" , schreibt
herr lovehunter, mein leben sah wohl anders aus.

zunächst die regionalzüge mit ihren unendlich vielen haltestellen. keine ließ ich aus. mag sein, dass umwege die ortskenntnis erhöhen, und erfahrung derjenigen steht, die sie gemacht hat, mag sein, dass es auch richtig schön in diesen vollen zügen gewesen ist. jung und übermütig, nie hätt ich mich selbst als naiv bezeichnet.

später die eil- und expresszüge, die intercities und die nachtzüge, am besten doppelgleisig. umstiegsmöglichkeiten gab es genug, meist reichten wenige minuten an den an den unübersichtlichsten bahnhöfen. ehrgeizig und attraktiv, nie hätt ich mich selbst arrogant gefunden.

es kam wie es kommen musste. eine falsche weiche und rauf auf die achterbahn der gefühle. mit irgendeinem zug bin ich da ziemlich entgleist, völlig aus der bahn geworfen worden, die notbremsung hab ich aber überlebt. man lernt auch am abstellgleis, oder beim gütertransport. ein bisschen besinnung, andere haben mich als völlig verrückt diagnostiziert.

danach wollte ich auch gar nirgends mehr einsteigen, nie mehr weiter fahren, keine haltestellen be- oder missachten, aber lang ist das auch nicht auszuhalten. zumindest nicht für unheilige.

eine dampflok probiert, die schmalspurbahn verworfen, die zahnradbahn aus der weite gesehen. jetzt fahr ich privat wahrscheinlich seilbahn. mit genau einem seil. bergauf.
"sie wollen immer losfahren, bevor die gleise verlegt sind", warf mir mein chef voriges jahr einmal vor. "und sie warten immer noch, dass ihnen wer die gleise baut", erwiderte ich vor etlichen zeugen. im übrigen komm ich ganz gut mit ihm aus. energien wieder da.
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Freitag, 4. Januar 2008

Das Märchen vom Folgen

Die größere Hälfte dieser Geschichte hab ich schon einmal hergeschenkt. Aber irgendwie bin ich das Gefühl nicht losgeworden, dass da noch was zu ergänzen war;-)


Gute Nacht, kleine Maus! – Gute Nacht, Mama! - Hast du auch wirklich alles eingepackt, mein Mausekind? -. Ja, Mama, alles hab ich eingepackt. - Hast du auch die Wegbeschreibung nicht vergessen? - Nein, hab ich nicht. - Und du weißt, dass du dir deinen Proviant gut einteilen musst? - Ja, weiß ich. - Und, Mausekind, wenn du dort bist, lässt du sofort einen Vogelboten zurückfliegen? - Mach ich, Mama. - Und wenn dich deine Tante nicht brauchen kann, suchst du dir etwas anderes, vergiss das nicht! - Nein Mama, wie kann ich etwas vergessen, das du mir schon hundertmal gesagt hast? - Und wohin darfst du auf keinen Fall gehen? – Auf ein Schiff, Mama, denn der Ausgang für uns ist da immer ungewiss. – Schön, wenigstens das hast du dir gemerkt! Wohin noch nicht? – In ein Labor, denn der Ausgang für uns ist da immer schrecklich. - Und du folgst auch keiner Katze? – Mama!!! – Ich werde morgen früh mit dir aufwachen, hast du dich von allen anderen schon verabschiedet? – Ja, hab ich Mama. – Also dann, gute Nacht, Mausekind!.- Gute Nacht, Mama. – Sag, wirst du auch daran denken, immer freundlich zu deiner Tante zu sein? – Ja, werde ich, Mama. – Und zu allen anderen, die dort wohnen, auch! - Jaaaa, Mama! – Du wirst die Neue sein, du musst dich einfügen! – Mama, ich weiß das! – Und wenn dir deine Tante etwas anschafft, mach es möglichst schnell! – Ja Mama! – Schneller als alle anderen! – Ja Mama. - Und außerdem sorgfältig! - Ja Mama! - Sorgfältiger als alle anderen! – Ja Mama! – Und egal, wer dich um etwas bittet, du gehorchst! – Ich soll alles machen, egal wer und egal was man mir anschafft? – Naja, fast halt. – Mama!!! - Mausekind, ich will ja nur, dass du es richtig machst! – Ich weiß, Mama, gute Nacht! – Gute Nacht, Kind! Äh – eines noch: du weißt was uns stark macht, oder? – Ja, Mama, dass wir viele sind. – Was noch? – Dass wir flink und wendig sind. – Und was noch? – Dass wir unsere geheimen Löcher haben, in die wir fliehen können. – Stimmt mein Kind, aber wenn das nötig ist, worauf musst du da dann achten? – Dass ich mich in den vielen Gängen nicht verirre. – Mausekind, bist du traurig, weil du morgen weggehst? – Mama, ich bin traurig und froh zugleich. Ich bin neugierig. Ich bin hungrig. Und ich freu mich auf die Tante und alle anderen. – Das ist recht, traurig sollst du ja auch nicht sein, auch wenn wir uns vielleicht nie wieder sehen werden. Aber sag: Angst hast du auch nicht? – Mama, alle Angst um mich hast ja schon du! – Du wirst sehen, wenn du dich gemausert hast, dann geht es dir besser! – Mama, es geht mir jetzt schon gut! - Mausekind, ich glaub ich sollte dich jetzt wirklich schlafen lassen. – Gute Nacht, Mama. – Gute Nacht, kleine Maus. Und da schliefen nun beide erschöpft ein.

Zweiundvierzig Tage später kam der heiß ersehnte Vogelbote mit dem ersten Brief der kleinen Maus an. Wollt Ihr wissen, was darin stand? Das Mausekind hatte die Tante tatsächlich nicht gefunden – obwohl die Wegbeschreibung ganz richtig gewesen war. Aber ein Zettel war hinterlassen worden, „Mussten ganz dringend aufs Schiff nach Rio! Beeile dich zum Hafen!“ Nur zwei Tage war die kleine Maus zu spät dran gewesen. Aber hört ihr selber weiter zu :“... daher musste ich den Hafen finden, und die Stadt, wo die Tante lebte, ist doch so groß! Ich bin gelaufen und gelaufen und ich hab mich dann doch ein wenig gefürchtet, als ich in einem einsamen Gässchen einer ganzen Rattenbande begegnete. Die waren ganz wild frisiert und machten einen Höllenlärm. Aber als ich sie nach dem Weg fragte, liefen sie bis zum Hafen mit mir. Und als ich ihnen erzählte, dass ich eigentlich nach Rio wollte, waren sie mit mir traurig, denn das Schiff war schon vom Stapel gelaufen. Und dann befanden sie, dass so eine Schiffsreise auch für sie eine tolle Abwechslung wäre – nur wollten sie jetzt und sofort aufs nächste steigen! Was hätte ich tun sollen? Meine neuen Freunde gleich wieder aufgeben? Also - auf dem Schiff war es gar nicht so gefährlich! Dauernd wurde irgendwas herein- oder herausgebracht, auf uns hat überhaupt niemand geachtet und schon gar niemand Jagd gemacht. Die Schiffskatze war von den Essensresten der Passagiere schon so fett, dass sie mich aber auch garantiert nicht erwischt hätte. Verirrt hab ich mich im Schiffsbauch kein einziges Mal! Und deshalb bin ich jetzt in Holland. Und habe schon eine Stelle als Tanzmaus! Du kannst dir gar nicht vorstellen, wieviel Käse es hier gibt. Das nächste Mal schicke ich welchen mit! Ganz dickes Bussi, Deine kleine Maus.
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Donnerstag, 3. Januar 2008

auf den punkt gebracht


74-fuck-yourself-bad-karma-28122007.gif

also wenn ich schon früher gewusst hätte, wie einfach kopieren geht, hätt ich vielmehr fremde federn da herinnen;-)
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Dienstag, 1. Januar 2008

hirnforscher?

psychologie im ersten semester sei noch nicht so ganz das, was sie sich vorstelle, meinte eine der hübschen jungen damen aus frankfurt, die wir gerade beherbergen. viel biologie und statistik halt. mit ein wenig statistik oder mathematik könne man es weit bringen, warf ich noch als anschauliches beispiel ein, bevor wir uns dann dem weiten thema der hirnforschung zuwandten. der h. hat nun aber nicht so wie ich und die studentin herrn roths "fühlen, denken, handeln" gelesen. es sei mehr wissenschaftlich als populär, beruhigten wir ihn, und unbedingt lesenswert. der h. liest nämlich grundsätzlich nur sachbücher, keine belletristik und meine texte nur, wenn sie nicht zu lang sind.

nach freundlicher überreichung des buches am nächsten morgen durch mich konnte der h. aber seine unkenntnis dieses buches in fünf minuten beheben. so ein trottel, rief er aus, als er das buch wahllos auf seite 88 aufschlug. denn da steht, dass unser gehirn - abgesehen von seiner größe - von dem der anderen menschenaffen nahezu ununterscheidbar ist. nun war am abend zuvor schon auch gefallen, dass die thesen des herrn roth ein wenig umstritten sind, insbesondere gegen ende des buches, wo er (recht schlüssig sogar, aber bitte) argumentiert, dass freier wille auch nur eine illusion von vielen ist, der wir menschen uns hingeben können.
dass aber im vorderen teil schon so gravierend unrichtige tatsachen stehen sollten, wunderte mich denn doch. lies den ganzen text, flehte ich, du kannst doch nicht einfach wegen eines aus dem zusammenhang gerissenen satzes das ganze buch verdammen. das brauch ich nicht mehr, wer so etwas schreibt, hat von biologie keine ahnung, tobte der h. weiter und hielt mir einen stegreifvortrag über das besondere am menschenhirn. und wenn er ein wenig mehr recherchieren würde, könne er alle seine ausführungen selbstverständlich auch beweisen. ich steckte meine nase wieder in mein buch, leicht gekränkt, da ich befand, dass sich der zorn ein wenig ungerechtfertigt auf die besitzerin des buches statt auf den autor entladen hatte. der h. nahm das buch noch einmal zur hand. da schau her, da steht derselbe blödsinn noch einmal! seite 86 bewies mir, dass herr roth zumindest seinen gedankengängen treu bleibt, sonst aber für mich wieder eher nichts. auch universitätsprofessoren könnten schwafeln, stellte der h. abschließend und in etwas versöhnlicherem tonfall fest. und ich hab mein wissen über das gehirnvolumen von delphinen aufgefrischt.
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Montag, 31. Dezember 2007

das märchen vom richtigen leben

„Morgen fängt ein neues Jahr an“, sagte die Schwalbenmutter zu ihren neun Jungen. „Ich will, dass ihr euch nun in alle Richtungen aufmacht – die Augen, Ohren und Herzen offen haltet, mit denen lebt, die ihr treffen werdet und erst am nächsten Silvester zurückkommt!“
Die kleinen Schwalben sahen einander an: „Was, wir ziehen heuer nicht mit euch, wir sollen alleine zurecht kommen?“ „Die meisten von euch werden nicht alleine bleiben,“ tröstete der Schwalbenvater, „vertraut uns, ihr werdet schon sehen.“
Am Ende des Jahres kamen sie alle wieder – bis auf die neunte Schwester.
„Wo ist unsere kleinste Schwester?“ wollten die acht anderen wissen. „Gemach, gemach, erst erzählt, was euch widerfahren ist!“
„Ich war bei den Spatzen“, begann das erste. „Anfangs war ich ganz begeistert – sie sangen fast die ganze Zeit so schön im Chor. Es klang so friedlich und harmonisch und weil sie so viele waren, auch ziemlich kräftig. Irgendwann fiel mir auf, dass sie immer dasselbe sangen. Niemand durfte abweichen. Niemand durfte alleine singen.“
„Ich war bei den Gänsen“, rief das zweite, „ das war ziemlich mühsam. Jeden Tag musste mindestens ein Ei gelegt werden. Alle Eier wurden sorgsam gewogen und geprüft, gezählt und verkauft. Und alle Gänse mühten sich, ein goldenes Ei zu legen. Niemandem ist das im letzten Jahr gelungen, aber reich wurden sie alle trotzdem, da sie sich fast nichts gönnten.“
„Bei mir war es auch anstrengend,“ folgte das dritte, „ich war bei den Adlern. Die veranstalteten ununterbrochen Wettkämpfe. Wer fliegt schneller? Wer kommt höher hinaus? Wer schlägt rascher zu? Es war das reinste Trainingslager! Und die langsamen, die hatten gar kein Ansehen mehr. Ich glaube, die wurden sogar verstoßen!“
Das vierte setzte fort: „Also bei den Hühnern wurden auf jeden Fall welche verjagt! Die hatten die Regel, dass sie eigentlich nicht fliegen wollten. Und eigentlich keine Würmer mehr essen wollten. Und eigentlich nicht mehr so viel Dreck hinterlassen wollten. Es gelang ihnen nur irgendwie nicht so richtig. Aber die, die besonders gern flogen oder Würmer aßen oder sich überhaupt nicht mehr um ihren Dreck kümmerten, die mussten dann doch den Hof verlassen.“
„Bei den Eulen war es da wohl interessanter,“ erzählte das fünfte Junge. „Ich bekam eine Menge dicke Bücher, und ich musste sie alle lesen. Zunächst dachte ich, das schaffe ich nie, aber nach den ersten zwanzig, merkte ich, dass ich schon viel schneller verstand. Am Ende schien mir, ich lese gar nichts Neues mehr. Ich bin jetzt wohl unser Klügstes!“
„Auf jeden Fall bist du unser Arrogantestes“, antwortete das sechste, „du weißt ja gar nicht, was du alles nicht gelesen hast!“ Und dann schlug es sich auf den Mund. „Entschuldige bitte, bei den Kolibris, da hab ich was anderes gelernt. Die sind so klein, dass sie nie auffallen. Und so leise, weil sie fast immer nur zuhören.“
Das siebte Junge wollte zunächst nicht erzählen, wie es ihm ergangen war. Es saß in der Ecke und zitterte. „Das wollt ihr gar nicht wissen,“ meinte es leise, „ich kann noch immer nicht glauben, dass wir mit den Geiern irgendwas gemein haben sollen.“ „Aber das sind doch auch Vögel?“, meinten die anderen, „was kann denn schon so Schlimmes mit denen sein?“ „Das dachte ich am Anfang auch, ich da hab ich die vielen Vogelknochen, die in einer Höhle lagen, noch nicht gesehen. Das seine keine richtigen Vogelknochen, behaupteten sie, das seien Pseudovögel gewesen. Die hätten einander alle plötzlich gegenseitig zerfleischt. Und weil sie nun einmal Geier seien, hätten sie danach natürlich alles abgefressen. Später gaben aber ein paar zu, dass es gar keine Pseudovögel gegeben habe, sondern dass das alles Lämmergeier gewesen wären. Und dass die sich nicht gegenseitig umgebracht hätten. Mehr wollten sie aber nicht dazu sagen. Das verstünde nur, wer dabei gewesen wäre, waren ihre am häufigsten wiederholten Worte.“
Das achte Junge schüttelte langsam seinen Kopf, „dann bin ich wohl das einzige, das niemandem begegnet ist – das war auch nicht immer einfach! Ich konnte niemand anderem abschauen, was denn zu tun oder nicht zu tun sei, ich konnte niemanden fragen und niemandem die Schuld geben, wenn mir etwas nicht passte. Jetzt weiß ich, dass ich nicht besonders gerne allein bin.“
„Und wo ist jetzt unsere neunte Schwester? Die fehlt doch noch!“
Die Eltern sahen einander an. „Was sollen wir euch nur erzählen? Eure neunte Schwester scheint etwas gefunden zu haben, was ihr nicht gefunden habt. Und dort ist sie nun wohl auch geblieben. Wir glauben nicht an ihre Rückkehr, obwohl wir das gerne täten. Wir glauben, dass es ihr gut geht, aber sicher sind wir auch nicht. Wir denken oft an sie, denn wir wissen gar nichts! Aber ihr, ihr seid jeder einen anderen Weg gekommen und alle wieder hier – und so können wir jetzt gemeinsam weiterfliegen!“
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hier fehlt was;-)

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