sind meine eltern verheiratet - und ebenso lang (oder zumindest solange ich das mitverfolgen konnte) fragt mein vater jedesmal, wenn es als beilage erdäpfel = kartoffeln gibt meine mutter: "sind die erdäfpel gesalzen?", und meine mutter sagt: "nein".
inspiriert zu diesem wesentlichen beitrag von:
https://modeste.twoday.net/stories/2837433/ DENN jeder, der jemals zu uns zum essen kam, wurde vorher mit dieser tatsache konfrontiert, und niemals - wirklich niemals - verlief es mit oder ohne besuch anders ...
la-mamma - 22. Okt, 20:13
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oder ... bisschen traurig
Meine Mutter und meine Schwester konnten die J. ja noch nie leiden. Vor dreißig Jahren schon nicht, aber bei ersterer fand gar keine einzige meiner Freundinnen Gnade und zweitere war nur eifersüchtig.
Ich hingegen war richtig stolz auf die J., die einzige, die mit mir verkehrte, obwohl sie schon ins Gymnasium ging. Mit der J. hab ich nicht etwa gespielt, mit der J. bin ich stundenlang vor der Garage vom W. gestanden. Mit der J. konnte man tagelang über den W. reden, und über alles andere auch. Manchmal besuchte die J. die E., da hatte sie dann keine Zeit für mich – und die E. war wiederum älter als die J., also wahrscheinlich interessanter. Aber es blieben viele, viele Samstage und Sonntage, wo wir halt beide "draußen" in den jeweiligen Wochenendhäusern waren.
Später ging die J. fort. Ein Jahr nach Amerika, zwei Jahre nach Amerika, ein Jahr nach Griechenland, noch ein Jahr nach Griechenland, und auf einmal war sie ganz da unten. Dazwischen trafen wir uns manchmal, eigentlich selten ausgemacht, sondern eher so zufällig, denn unsere Eltern sind ja immer noch Nachbarn. Und zu manchen Anlässen waren wir dann einfach da.
Manchmal schrieb die J. – kopierte Sammelbriefe an alle, wie es ihr da unten in Griechenland so ging, eine Heiratsanzeige, eine Geburtsanzeige. Einmal besuchte ich die J. in Griechenland– sie arbeitete im Hotel, und wir machten dort Urlaub. Damals ging es ihr nicht gut, wir konnten eigentlich nur in der toten Zeit zu Mittag in der Rezeption plaudern, und die Kinder waren noch sehr klein.
Und dann kam die J. zurück. Ganz und gar nicht so, wie sie sich das vorgestellt hatte – und ungefähr so allein erziehend wie ich. Manchmal trafen wir uns wieder – eigentlich nicht oft, aber wenn du jemanden so lange kennst, und immer lange Zeiten dazwischen liegen, dann freust du dich einfach allein aufs Wiedersehen, und immer hatte ich ihr etwas zu erzählen. Umgekehrt kam es mir auch so vor.
Ungefähr gleichzeitig wollten wir unsere Leben wieder ändern – uns wieder auf einen Mann einlassen zum Beispiel. Ein paar gemeinsame Versuche – und plötzlich telefonierten wir viel häufiger miteinander, sahen einander auch mehr und irgendwann fuhren wir auch ein paar Tage gemeinsam mit den Kindern weg. Beim ersten Mal hatte ich schon meinen Freund, und hab ihn samt seinen Freunden der J. da einfach zugemutet. Ein Jahr später kam dann ihr Freund nach, als wir wieder gemeinsam wohin fuhren. Das war auch nicht einfach, und ich hatte zum Ausgleich dort noch meine Schwester zu Besuch, die vieles ausspricht, was ich nicht hören will.
Das ist jetzt über ein Jahr her - seither hab ich die J. dreimal gesehen. Einmal noch im Herbst, da hatte sie ein bisschen Zeit im Kaffeehaus. Dann hab ich ihr was über meinen Freund gemailt. Sie hat ganz komisch reagiert – als ob sie ihn nicht selber kennte. Im Frühjahr erklärte sie mir, dass das mit ihrem Freund und meinem kaum passen würde, es wäre besser wir träfen uns nur zu zweit. Da gingen wir Mittagessen und sie hatte nicht mal eine Stunde Zeit. Und vorige Woche trafen wir uns wieder einmal in der Stadt – so um dreiviertel vier. Um fünf müsse sie ihre Tochter holen, waren ihre ersten Worte, die hätte am nächsten Tag Deutschschularbeit, also müssten sie auch gleich heimfahren. Ich hätte es mir denken können, aber ich wollte wohl nicht denken. Kurz vor fünf kam mir das alles hoch, lassen wir´s, sagte ich zur J., ich kann nicht von jemandem verlangen, was nicht ist, mir war zum Heulen. Ihr gebe das schon etwas so, sagte sie, das wäre ihr einziger Freiraum. Sie hätte mich langsam hinführen wollen, die Dinge veränderten sich nun einmal. Vor ihrer Tochter – die gleich zu erwarten war – diskutiere sie so etwas nicht.
la-mamma - 22. Okt, 19:30
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ist der name der ultimativen heavy-metal-band, von der bisher allerdings erst zwei mitglieder feststehen. entgegen der alten volksweisheit, dass man ungelegte eier nicht zu begackern hätte, halte ich es eher mit bill gates - heute ankündigen und mindestens ein jahr wird vergehen, ehe wir unser erstes konzert - warum auch immer - verschieben werden. wir würden übrigens auch sein geld nehmen.
außer dem namen haben wir schon ein zusammengebautes schlagzeug samt schlagzeugerin mit absolviertem drei stunden do-it-yourself-übungsprogramm und einen gitarristen samt bestellter aber noch nicht gelieferter gitarre.
und wir wissen schon genau, wo wir nächstes jahr aufzutreten gedenken - kaltenbach scheint unbekannt genug, und da hatten wir heuer schon wenig schwierigkeiten in den backstage-bereich zu gelangen, bildein ist wegen des ausgezeichneten weins in die auswahl gekommen, und am sziget gibt es so viele bühnen, dass wir schon irgendwo so etwa um zwei uhr nachmittag ein plätzchen finden werden. weitere fixpunkte: exit und sud-oeste - statt des mir in aussicht gestellten albanienurlaubs kann ich hiermit unauffällig portugal als alternative ins spiel bringen.
fehlen tun uns eigentlich nur noch ein paar nummern, und irgendwer, der halt mit ein paar anderen instrumenten so tut, als ob er wüsste, was er tut.
alles weitere- t.b.a. (der name war leider schon vergeben.)
la-mamma - 16. Sep, 22:37
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da steht der wunderbare artikel dazu
zunächst dachte ich ja, die überschrift sei ein versehen - aber sie ist schwer zutreffend!
sehr erfrischende außensicht - und die ganze zeitung (budapester lloyd) kann ich nur wärmstens weiterempfehlen!!!
la-mamma - 20. Aug, 21:40
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letztens hat ein freund mir erklärt, er lese nur bücher, die ihm freunde emfpehlen. allerdings seien die freunde recht lesefaul ...
im anschluss an die verfilmung von elementarteilchen und die sinnlosdisskussion, ob ewiges leben - auf erden selbstverständlich - nicht schrecklich langweilig werden könnte, empfahl ich:
die möglichkeit einer insel (auch houllebequ - irgendwie naheliegend...) und plattform (derselbe, und es gefiel mir fast besser)
panaroma (tim robbins)
die bibel nach biff (wirklich witzig, bei amazon wird ers schon finden)
in den himmel stürzen (eine italienerin, giaconda?? irgendwie)
einmal fürs erste;-)
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Wenn mein Schnucki und ich einer dem anderen denselben Zeitungsartikel mit heim nehmen, dann könnte die Sache von Bedeutung sein. "Schau dir das an – das ist ja unglaublich", – "Putzi, ich hab uns schon registriert!" Über 100.000 Mitglieder sprechen ja eine deutliche Sprache. Bisher wollte ich zwar noch nie nach Eritrea fahren, aber bei den Einträgen aus Mauritius werde ich jedes Mal schwach.
Da warten also 100.000 Menschen in der ganzen Welt auf mich, öffnen mir Ihre Wohn-, Schlaf- und Badezimmer und ich kann das alles gratis benutzen. Unmerkliche Gegenleistung, zu der ich aber nicht verpflichtet bin: Bei uns gehen seit einem Jahr auch die Gäste aus und ein. Wien scheint ein recht beliebtes Ziel zu sein.
Zunächst waren wir also immer die Gastgeber – für Australier, Japaner, Chinesen, Malaien, Türken, Deutsche, Südkoreaner, Franzosen und Kanadier (bis jetzt). Ich habe eine Menge gelernt: Dass manche Namen für mich unaussprechlich bleiben, was nach drei Tagen ein bisschen peinlich ist, dass ein ordentliches japanisches Essen quasi abendfüllend in Zubereitung und Verzehr ist, dass die Musikliebe mancher unglaublich ist (5 Konzerte in 5 Tagen), dass Demonstrationen anderswo weniger friedlich verlaufen als bei uns, dass man sich 40 Länder in drei Wochen ansehen kann (oder zumindest da war), dass zu manchen Gästen mein Zwerg mit seinen 11 Jahren und großem Interesse an Videospielen einfach den besseren Zugang hat und dass französisches Englisch nur bei sehr genauem Zuhören überhaupt als Englisch erkennbar wird.
Nach so viel Erfahrung drehten wir endlich einmal den Spieß um, und vorsichtshalber begannen wir mit unseren Nachbarn. Irgendwie hab ich jetzt ein ganz anderes Bild von Deutschland bekommen – hier mein selbst erfahrener Querschnitt:
In Lüneburg wohnen hauptsächlich Studenten, dort sind die Cafes billig und die Häuser alle gleich. Ok – eines hatte blaue Ziegel, aber das war es dann auch schon. In Hamburg geht man am einfachsten gleich im Hafen baden, das würde mir daheim nie einfallen, aber bei der sonstigen gegebenen Sauberkeit vertraute ich einfach auf die Kläranlagen. In Leipzig waren die Leute am unfreundlichsten, keine Ahnung, weshalb. Während es gleich danach in Dresden definitiv das beste Abendessen gab, das hat uns ein syrischer Einwanderer zubereitet. Halb Berlin besteht aus behübschten Plattenbauten, da war ich vielleicht auf der falschen Seite der Stadt. Obwohl – Blödsinn, wir waren dort bestens untergebracht, und selbst wenn die U-Bahn nicht gerade wegen Überschwemmung ausfällt, scheint dort alles ein wenig weit auseinander zu liegen. Ein paar Baulücken verstärken diesen Eindruck noch leicht. In Bamberg wiederum wohnen etliche mehr "Alternative" – aber auch in solchen Haushalten darf der Eierschalensollbruchstellenverursacher nicht fehlen! Und alle, wirklich alle, bei denen wir da so logierten, waren unheimlich nett, hilfsbereit, unkompliziert und großzügig. Und das meine ich jetzt ganz und gar nicht satirisch.
Wer´s mir nicht glaubt: www.hospitalityclub.org
la-mamma - 21. Jul, 22:13
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la-mamma - 11. Jul, 16:49
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„Mami, findest du 245 Euro für eine Woche Vollpension mit Rund-Um-Die-Uhr-Betreuung und Badesee teuer?“
„Nein, mein Kind, warum?“
„Kannst ich dann dahin fahren?“
„Wohin mein Kind?“
„Na auf das Mickey-Mouse-Camp!“
„Auf wos?“
In Stresssituationen spreche ich nicht mehr reines Hochdeutsch.
„Auf das Mickey-Mouse-Camp – da schau her, ich zeig´s dir – da ist das Fort Entenhausen, da sind die Zeltplätze, da kriegen wir was zu essen und daneben ist der Badesee! Und ich bin ein Fähnchen Fieselschweif! Mami, bitte, Mami, da will ich hin!“
„Du willst also zu den Pfadfindern???“
„Nein, ich will dahin!“
„Das ist doch dasselbe!“
„Nein, das ist ganz was anderes! Schau dir den Folder einmal an!“
Und das tat ich dann auch Mitte Jänner.
„Kind, das ist ja in der Lüneburger Heide!“
„Na und?“
„Das ist fast 1000 km entfernt!“
„Na und? Außerdem kriegen wir noch den Frühbucherbonus!“
„Mhm“.
Zwei Wochen später.
Vom Flughafen abholen gehe leider nicht. Vom Hamburger Bahnhof abholen genauso wenig. Nicht am Samstag ankommen sei ganz unpädagogisch, da hätte das arme Kind ja überhaupt keine Integrationsmöglichkeit mehr. In einer deutschen Stadt in einen der Zubringerbusse steigen gehe schon. Wien ist aber nur eine deutschsprachige. Deshalb bekommen die Kinder ja bei uns auch dieselben Mickey-Mouse-Hefte mit denselben Werbefoldern.
Ein Monat später.
Na ja, dann schauen wir uns halt währenddessen Deutschland an, da kennen wir eh nicht viel davon. Das Camp findet den ganzen Sommer lang statt. Also – ich wähle eine mir geeignet erscheinende Woche nach folgenden Kriterien: Im August gibt es schon zwei fix gebuchte Urlaubswochen. Der mir Zugetane will auch eher Juli – das war seine ganze Einschränkung. Ich betrachte die Abfahrtszeiten aller Zubringerbusse aus den großen deutschen Städten und schließe messerscharf, dass Anfang Juli bei weitem nicht alle deutschen Bundesländer Schulferien haben. Deshalb könnte da ja besonders wenig Verkehr sein. Vielleicht ist das Camp da ja auch nicht so voll. Und ich melde den Pfadfinder in spe an: 1. bis 8.7.2006.
Soll ja Leute geben, die sich für Sport interessieren. Tu ich durchaus auch manchmal, und immer nach dem Motto „it is something you do, not watch!“ Fussball hab ich noch nie aktiv betrieben ….
Und dann das! Wir! In Deutschland! Letzte Woche. Unvermeidlich, unausweichlich, unbeschreiblich (eigentlich).
Beim Planen: Noch nie habe ich drei Monate zuvor bei jedem Match gewusst, wo es NICHT stattfinden wird. So legten wir optimistisch die Route fest.
Beim Einpacken: Das Brasilien-T-Shirt, das Italien-T-Shirt, das Spanien-T-Shirt.
„Bist du sicher, dass du diese Leiberln* dorthin mitnehmen willst?“
„Natürlich, ist doch WM!“
„Kind, das weiß ich mittlerweile auch recht gut, aber bist du sicher, dass du die anziehen willst?“
„Jetzt gib sie schon her!“
Beim Herumfahren: Fanfest in Hamburg. Viertelfinale in Dresden zugesehen. Fanmeile in Berlin. Fünfmal kontrolliert worden. Alle Sehenswürdigkeiten hinter weißen Wänden versteckt. Oder überdimensionalen Fußbällen. Fans, Fans, Fans. Manchmal konnten wir nicht schlafen, weil so viel gefeiert wurde. Ernsthaft überlegt, ob ich auch eine Fahne zur Tarnung ans Auto stecken sollte. Beim Zurückfahren kleines Finale mit Freunden in Bamberg angesehen. Tatsächlich ein bisschen mitgefreut.
Beim Abholen hat mein Kleiner am Samstag leider seine im Workshop „Fan-Artikel-Basteln“ selbst erstellte Flagge vergessen. War die französische. Mutig ist er irgendwie schon.
* Leiberln ist eigentlich hochdeutsch. Die Bedeutung sollte aus dem Zusammenhang kenntlich sein. Und die Zierregel hättet ihr Deutsche auch nie ernst nehmen dürfen, es heißt Saxen und Sex. Wir denken dabei übrigens immer nur an die Zahl.
la-mamma - 10. Jul, 23:39
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camille claudel, die sich selbst darstellt - nachdem sie ihr kind verloren hat, ihr geliebter nichts mehr von ihr wissen will und kurz bevor sie wahnsinnig wird
vs. ?
ps: paris war toll;-)
la-mamma - 13. Apr, 17:24
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