Sonntag, 28. Februar 2010

die große taktikerin

würden sie auch einer dame, die sie noch gar nicht persönlich kennen, mitten in ihrem arbeitsverbot wegen schutzfrist per mail mitteilen, wie schlecht sie ihre erste einmischung in ihre vorübergehend abgegebenen agenden idee finden und ins cc gleich alle ihre vorgesetzten schreiben?
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Donnerstag, 25. Februar 2010

rupa

mein beitrag zur integrationsdebatte, teil 2

rupa kommt aus bangladesh und lebt seit sechs jahren in österreich. unlängst verbrachten wir eine woche tag und nacht nebeneinander. in spätestens drei jahren gehe sie zurück in ihre heimat- aus drei gründen, wie sie mir sehr bestimmt erklärte:
erstens wäre ihre ganze familie dort, ihre schwester sei auch gerade mit dem dritten kind schwanger und ihre mutter hätte noch nicht einmal das große enkelkind gesehen.
zweitens wolle sie keinesfalls, dass ihre beiden mädchen in österreich als halbwüchsige so wie alle anderen halbwüchsigen österreicherinnen ein für ihre begriffe zu freizügiges (sexual)leben führen - und das sehe sie eigentlich - solange sie sich in genau dem umfeld aufhalte - als unausweichliche folge.
und drittens arbeite ihr mann hier als kellner und taxifahrer, sie selber als kindergartenhelferin, wobei aber vor allem die berufe ihres mannes jetzt nichts seien, worauf die kinder einmal sonderlich stolz sein würden. schließlich hätten sie beide studiert - und adäquatere jobs würden sie hier sicher nicht bekommen.

sie selber verstehe das natürlich, sie könne einfach nicht gut genug deutsch. meiner meinung nach kann sie schon ausgezeichnet deutsch. jemand, der dem "huber" (das ist unsere ivf-koryphäe mit ziemlichem lokalen bekanntheitsgrad) beim nahtziehen ein "herr doktor, bedenken sie, ich bin auch nur ein mensch" in überzeugendstem tonfall vorträgt, kann gut deutsch. als ich sie nach ihrem doch recht ausgiebigen gejammer fragte, ob das wirklich so weh getan hätte, lachte sie und sagte, natürlich nicht, aber man könne ja nicht vorsichtig genug sein.
ihren humor hab ich in der woche überhaupt zu schätzen gelernt, man kann auch (wegen der kaiserschnitte natürlich nur ganz vorsichtig) herzhaft drüber lachen, wieso bananen weniger muslimisch als marillenkuchen sind. oder apfelkuchen als joghurt. vor allem wenn sich das menü NUR dadurch unterscheidet.
wobei die muslima aus bangladesh die haare nie bedeckt, aber grundsätzlich ihrem neffen (ich nehme an, bei ihrem mann allein wär es egal gewesen) kein nacktes bein zeigt. und leise flucht, wenn sie eine hose anziehen muss (s.o. - die narbe, sie wissen schon ....) und laut aufatmet, wenn alle besuche wieder weg sind. das hatten wir durchaus auch gemeinsam, nur war es für sie wegen der zweieinhalbjärhrigen tochter, die ihre mami schrecklich vermisste, noch weit stressiger, denn die war natürlich immer da, was dann mit begleitung und nachkommendem kindsvater ein grundminimum von drei besuchern pro nachmittag machte.
selbstverständlich gingen die beiden männer immer hinaus, wenn sie stillte, und nie, wenn ich das tat. sie waren von anfang an ganz reizend und höflich zu mir, stellten sich beide namentlich vor und ich weiß, es war mein fehler - ich hätte beim allerersten mal etwas sagen müssen. später wäre es mir dann komisch vorgekommen. aber ganz richtig angefühlt hat es sich auch nicht.

andererseits schreckt auch meine mutter vor taktlosigkeiten aller art nicht zurück. ihr auf die antwort, dass auch das zweite kind ein mädchen sei, ein wenig willkürlich zu erklären, dass es ja jetzt eh in china zu wenige davon gebe, ließ mich vor scham fast in den boden versinken. als wir beide dann wieder alleine waren, lachte mich rupa an und sagte, im allgemeinen seien die österreicher recht höflich, sie hätte das schon richtig verstanden, wie meine mutter das gemeint hätte. und mir war klar, dass ich vielleicht eine neue freundin gefunden habe.
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Samstag, 20. Februar 2010

daddy cool

bei meinem ersten vater hab ich ja satte 35 jahre gebraucht, bis ich drauf gekommen bin, dass ich mit ihm über alles reden kann. in der halbzeit hätte ich das töchterlich aber noch ganz anders eingeschätzt.

vom frischgebackenen vater k. wiederum stammt das wort vom "auch objektiv betrachtet schönsten baby von ganz wien", umgehend zum geflügelten im näheren und weiteren bekanntenkreis geadelt. jahrelang verstand er nicht, wieso uns andere das so unendlich erheiterte.

später suchte ich mir dann einen erstkindsvater, der nach der scheidung zum neidobjekt aller meiner eventuell nicht ganz so in frieden geschiedenen freundinnen wurde. weil er zum gegenteil eines freizeitpapas mutierte, zur allgemeinen zufriedenheit, wie ich betonen möchte. vorher war er mehr abwesend, da hatte ich komplett freien gestaltungsspielraum.

es gibt aber auch andere. wie mir erst kürzlich schmerzlich vor augen geführt wurde. maxens vater zum beispiel, der mit der ex auch schon zwei große kinder hat und jetzt anscheinend alles richtiger machen will und eine woche lang jeden und jede auf der wöchnerinnenstation unendlich nervte.

zu jeder tages- und nachtzeit erteilte er den ärztInnen, schwestern, raumpflegerInnen, seiner freundin, mir und noch ein paar anderen ungefragt rat und auskunft.
das hätte ich ja gerade noch unter erträglich eingestuft.

anzügliche bemerkungen am gang, wenn frau selber wenig bekleidet und frisch vernarbt ihre eigene attraktivität durchaus realistisch einzuschätzen vermag, um uhrzeiten, wo männer auf der wöchnerinnenstation wirklich nichts mehr verloren haben, ließen ihn mich dann allerdings eigenmündig hinauswerfen. dass ich dadurch zum liebling des personals geworden bin, war so eigentlich gar nicht beabsichtigt.

die disziplin besserwissen wird bei uns übrigens sowohl vom a. als auch von mir ebenfalls nicht schlecht beherrscht. der große bruder behauptet zum beispiel ungeniert von sich, ja wohl die meiste erfahrung in der säuglingsbehandlung zu haben. unser neovater hingegen muss schon auch alle seine guten ideen zumindest einmal umsetzen dürfen, bei den ein wenig lockerer geklebten windeln war er aber dann doch relativ rasch einsichtig. dass sich der x. auch durch summen beruhigen lassen könnte, glaubt er mir allerdings immer noch nicht. ich üb das jetzt heimlich.
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Montag, 15. Februar 2010

Lieber Xaver!(0)

Heute bist du ganze zwei Wochen alt, und damit hast du also bereits mehr als die Hälfte deines Lebens in deinem "richtigen" Zuhause verbracht.

Ein bisschen sehr müde vom Krankenhaus war ich schon, und daheim ist alles anders - da richten wir uns jetzt einfach ausschließlich nach deinem Rhythmus und nicht danach, wann irgendwer die Zimmertür aufreißt und irgendwas will ...

Das stimmt so natürlich nicht, wir sind ja vier, und haben natürlich schon auch ein gemeinsames Leben. Ich muss mir nur gleich wieder abgewöhnen, mich für das Wohlbefinden der anderen zwei hauptzuständig zu fühlen, das scheint mich auch ein wenig zu verspannen oder meinem persönlichen Haupt Kopfweh zu bereiten. Weil - du hast nämlich einen sehr klugen, verständnisvollen großen Bruder und du hast einen Vater, der auch mehr versteht, als ich ihm manchmal zutraue.

Gestern waren wir den ganzen Tag allein miteinander - und zum ersten Mal habe ich auch das Gefühl gehabt, dass ich das nächste Jahr, oder am besten gleich alle nächsten Jahre genießen werde. Du bist ein kräftiges, gesundes Baby, du weißt gar nicht, wie schön das ist. Das Paar, das im Krankenhaus in den letzten Stunden unseres dortigen Aufenthalts in "unserem" Zimmer den Ausgang der Herzoperation ihrer neugeborenen Tochter abwarten musste, das hat mir schon auch wieder eine Lektion in Dankbarkeit und Demut erteilt.

Bei Beziehungen habe ich ja auch die (heimliche) Theorie, dass sie so weiter gehen, wie sie anfangen, wenn es mit uns wo weiter geht, wie es begonnen hat (ich mein natürlich nicht die Geburt, sondern die letzte Woche), dann passt das schon!

Viel erlebt haben wir ja noch nicht gerade, aber es reicht ja, dass wir dahin schmelzen, wenn du so eine Art verschmitztes Lächeln zustande bringst oder uns herzhaft zum Lachen bringst, wenn wir wieder einmal beim Wickeln von dir "nass" erwischt werden.

Deine Kinderärztin sieht aus wie die Omama im Apfelbaum und eine besonders herzliche scheint sie mir auch zu sein.

Und weißt du, als du uns das erste Mal länger als eine halbe Minute an deiner Stimmbildung teilhaben ließest, und dein Vater aus diesem Anlass zu mir sagte, er verstehe gar nicht, wie Leute das überhaupt aushalten könnten, ein Baby schreien zu lassen, da wusste ich wieder, warum du gerade mit uns beiden dein großes Los gezogen hast ....

xaver-johannes


ps: und wir sagen auch hier der lieben b.k. danke für dieses bild!
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Freitag, 12. Februar 2010

fast nur fünf zeilen

hatte eh die zweitmeisten stimmen ...

wenn frau so ca. in der 9. stunde des vorgestrigen mühseligen akh-aufenthalts, bei dem die ursache ihrer gräßlichen kopfschmerzen auch nicht gefunden wird, MIT kinderwagen und MIT 9 tage altem kind zur ct kommt und gefragt wird:
"sind sie schwanger?", dann weiß sie, dass nicht nur sie ein wenig müde ist ...
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Donnerstag, 11. Februar 2010

...

wie es euch gefällt
also - eher was soll ich jetzt weiter ...?

als nächstes soll hier stehen:

windelcontent
(m)ein beitrag zur integrationsdebatte
irgendwas über väter
irgendwas über böden
mir egal, ich schau hier eh nur die bilder
mir egal, hauptsache nicht länger als fünf zeilen
wart einmal, ich les noch die antwort auf meinen letzten kommentar
wart noch länger, ich les noch am siebten absatz des letzten beitrags

  Resultate

la-mamma, 18:40h.

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Freitag, 5. Februar 2010

Ich erschieß den Architekten! (verschönerte Fassung!!!)

Dieser Beitrag ist einer gewissen MM gewidmet, stellvertretend für ALLE, denen ich hier im Laufe der letzten Monate und verstärkt in der letzten Woche begegnet bin. Sie wird schon wissen, wer meine Art von Humor teilen könnte.
Außerdem hat der Text absolute Überlänge für (m)ein Blog. Eilige scrollen bitte bis ****.


In einem kleinen feinen Land,
vor gar nicht allzu langer Zeit,
wurd ein Gebäude sehr bekannt,
von dem
sprach alles weit und breit.

Und dieses Hochhaus,
das ich meine,
das schaut so aus:
AkH-bild

Großer schwarzer Kasten,
für die Siechen,
erzähl uns was von dir ....



Ich erschieß den Architekten!



Und sagen Sie nicht, ich hätte es nicht angekündigt!
Meine Vorgeschichte mit der Architektur ist von echter Zuneigung geprägt - einerseits hab ich gerne und gut zwei Jahre lang freiwillig "Darstellende Geometrie" gelernt, um die bei uns damals geltenden Studienvoraussetzungen für Architektur zu erfüllen, andererseits haben es auch einmal drei Dachterrassen auf verschiedenen Ebenen einer(!) Wohnung bei mir zum HAP* geschafft.

Vielleicht tut's deshalb so weh. Wenn man zum Beispiel frisch operiert gegen jede Tür (so ca. 5 bis 8 am Weg) geknallt wird, weil der Spielraum zwischen Bett und ebendiesen exakt geschätzte zwei Centimeter beträgt.
Interessanterweise gelang dem mich hin befördernden freundlichen Faktotum das kein einziges Mal, während der völlig unterbelichtete, mich retournierende Vollidiot seine Schreckensfahrt mit einem lauten "Aha, mir san in Indien" krönend in meinem Zimmer abschloss, wobei ich den unwirschen Tonfall natürlich ausschließlich auf die Plackerei mit der allerletzten Türe, wobei unmittelbar rechts der Einheitskasten und unmittelbar links der Nicht-Einheits-Wickeltisch auch noch zu streifen waren, schieben möchte. Wir werden den Herrn aber ev. in meinem noch nicht geschriebenen Beitrag zur Integrationsdebatte (in Folge MBI genannt), wiedertreffen. Meine Zimmernachbarin Rupa aus Bangladesh übrigens auch.

Apropos Einheit: Es handelt sich bei der von mir gewählten Herberge um ein 2300-Bettenhaus mit so ziemlich allen Stationen, die so ein Bettenhaus halt so brauchen kann. Und weil niemand 2300 Betten zeichnen wollte, die irgendwo irgendwie hinpassen, hatte der Architekt die nächste gute Idee: Wenn er nämlich alle Patientenzimmer gleich machen würde, dann müsste er ja nur eins aufzeichnen! Er rechnete den Stundensatz aus, den er den Auftraggebern dadurch ersparen würde, und - "a g'mahte Wiesn", wie es bei uns so schön heißt. Sein vorbildliches Kostenbewusstsein würde vielleicht sogar einen Teil der bereits völlig aus dem Ruder gelaufenen Baukosten wieder hereinbringen! Wer so einen Auftrag bekommt, hat ihn eben auch verdient!
Die unterschiedlichen Kundenbedürfnisse könne man dann ganz am Schluss durch unterschiedliche Beschriftungen der Stationen relativ billig darstellen, meinte er noch.

Deshalb liege ich jetzt zB. im mir zu kleinen, kleinen Einheitsbett, die auf vielfachen Wunsch der Starbasketballer unseres kleinen Landes angeforderte ausziehbare Version ist nämlich aufgrund der Verstellung der Zimmer unserer Station mit Wickeltisch und Kinderkörbchen nicht möglich. Ich bin halt mit 1,74 schon ein wenig außer der Norm. Die einzige mir persönlich bekannte BasketballerIN unseres kleinen Landes hat ihre zwei Kinder woanders bekommen.

Leider hat sich die potenziell lebensrettende Wirkung von Aufzügen auch nicht argumentieren lassen. Im Gegenteil - wird in Wien begonnen, an der Extremaufwertung eines alten Gründerzeithauses zu arbeiten, baut der (meist neue) Hausherr als erstes einen Lift ein. Wegen der Bequemlichkeit selbstverständlich, und nicht etwa, damit die mittlerweile hochbetagten Friedenszinszahler durch den Wegfall ihrer einzigen Bewegung pro Tag schneller hinaus sterben. Nun ist ja im Spital der grundsätzlich lebensverlängernde Ansatz nicht zu verachten. Allerdings gibts auch keine Stiegen. Nur Fluchttreppen und die sind so gut versteckt, dass sie im Ernstfall niemand finden wird. Im Vergleich zu den Anschaffungs- und Modernisierungskosten von medizinischem Gerät wären weitere Aufzüge wahrscheinlich ok gegangen. Aber Sie wissen ja, Kleinvieh macht auch Mist ...

Jedenfalls muss der Architekt ein wahrer Sadist könnte sich der Architekt stilistisch in seiner Projektbeschreibung** ans Ende der berühmten Novelle (irgendwas mit 120 ...), deren freiwillige Lektüre mich für mein ganzes Leben von der freiwilligen Betrachtung des berühmten Films abhalten wird, gehalten haben:

321. ganz dünne Außenwände. Macht alles ein wenig zugiger.***
322. kein (zu beachten KEIN EINZIGES) Untersuchungs- oder Behandlungszimmer mit Licht
323. zu wenig Sessel. Für Ambulanzpatienten subtiler tarnen als für Besucher.****
324. unvermeidbares Tageslicht dort, wo es aufs Personal am kürzesten einwirken kann (Wartezonen, Gänge).
325. Duschen, deren Schwingtüren auch die untergewichtigsten PatientInnen nicht ohne sich selbst im Weg zu stehen, öffnen können.
326. Erzwingung von gegenseitiger Preisgabe der Intimsphäre über das erwartbare Maß hinaus. Beispiel: Wenn schon ein großes Badezimmer für alle vorhanden ist, dann sollen auch die zwei Bidets für alle genau dort eingebaut werden.
(Später eingefügte Anmerkung der Autorin dazu: Diese Maßnahme greift übrigens nicht. Es ist wahrscheinlich noch nie vorgekommen, dass sich Patientin A duscht, während sich Patientin B und C gleichzeitig sozusagen in der kleineren Waschstraße befinden. Obwohl drinnen auch Raum für alle Kinderkörbchen wäre. Es ist allerdings erst unlängst vorgekommen, dass sich die Mutter der Woche dort drin ganz allein seelenruhig eine Stunde lang ihr Langhaar fönte. Dh. natürlich nicht ganz allein, Max und Maxens Vater assistierten. Maxens Vater werden wir im Beitrag "Die Väter. Eine Abhandlung in Extremen." wieder treffen.)

Aber es gibt Hoffnung: In der Architektur wird ja mittlerweile darüber philosophiert, dass die Umgebung einen beträchtlichen Einfluss auf die darin Befindlichen hat. -
Auch insofern Hut ab, vor denen, die DAS ALLES bis jetzt ausbaden müssen. Denn - wie schon in der Widmung ersichtlich, ich hab nur extrem nette, kompetente und mit allen Patientinnen sehr respektvoll umgehende MitarbeiterInnen erlebt - der eine Hilfsschakel da oben war eine absolute Ausnahme und gehört ja eigentlich auch nicht gar hier her.
Andererseits kenne ich auch die Bedürfnisse der andere Seite(n) -
- also nicht nur das Leid der Patientinnen - aus etlichen meiner früheren Projekte in meiner vorletzten Funktion. Und mein derzeitiger Chef ist ganz zufällig auch für UNSERE Bauabteilung zuständig. Und schon ein wenig älter als ich.

Ende des Haupttextes/EOF

----------------------------

Fußnoten:

*(HAP, der ... Abk. für Halbjahresabschnittspartner, Zwischenstufe am Weg vom NAP (i.e. Nachtabschnittspartner) zum LAP (i.e. Lebensabschnittspartner)

** bei dem Titel möchte ich für weitere juristische Schritte keinen Anlass bieten. Al Capone wurde ja am Ende auch wegen Steuerhinterziehung ...

*** Man munkelt, dass hier die Spießgesellen Entscheidungsträger automatisch Punkte überm U angenommen haben.

**** Alle Achtung, Sie haben bis zur vierten Fußnote gelesen! Oder Sie sind ein Anfangs- und Endeleser. Ich hab Verständnis!Daher funktioniert diese Fußnote auch als eigenständiges Puzzleteilchen!

Netterweise werden hier - soweit halt möglich - zueinander passende Patientinnen zueinander gelegt. Für uns war es beide das zweite Kind, Rupas genau einen Tag bessere Kaiserschnittsverheilungsfortschritte waren die allerbeste Motivation für mich, beide arbeiten wir nicht gerade als das, was aus uns nach unserer ersten Ausbildung theoretisch geworden wäre, und noch ein paar andere Kleinigkeiten sind uns so im Lauf der Woche aufgefallen ...

In unserem Zimmer (und ich bin schwer dankbar, dass wir nur zwei waren!) gibt es genau zwei Sessel. Es sind ja auch genau zwei Besucher pro Patientin erlaubt, aber der Architekt hat scharf nachgedacht, und festgestellt, dass bei Anwesenheit der Babies einer schon abzuziehen ist und dass es ganz sicher nur einen offiziell besuchenden Vater geben kann. Da ich von meiner ersten Geburt her auch genau gewusst habe, wie wenig mich unter stärksten Schmerzen Besucher interessiert haben, verbat ich ALLEN meinen besten Freundinnen zu kommen. Den A. wollte ich aber schon auch gerne sehen. Der kam allerdings ganz selbständig. Während die heutigen zweieinhalbjährigen Weicheier einfach nicht alleine U-Bahn-Fahren wollen. Und es auch vorkommt, dass nicht deren eingeplante garantiert arbeitslosen Väter, sondern weitere Verwandtschaft mit anzureisen wagt.

Der engeren Verwandtschaft kann man Besuche natürlich keinesfalls verwehren, wobei sich meine Mutter spät aber doch in die Großmutterrolle einzufinden scheint.

Tag 1: Ich liege noch mit Katheder, Harnbeutel und Nachwehen (wörtlich bitte!) im Bett.
Beginn der Handlung 12:55.
Besuchszeit beginnt um 13 Uhr.
Bereits anwesend: Neffe und ältere Tochter zur Leidensgenossin und jüngeren Tochter. Der zu mir gehörende Kindsvater H und das zu mir gehörende Kind X.

Auftritt beide Großmütter des X.

Ein Sessel wird sofort herüber gereicht. Beide Sessel stehen nämlich beim einzigen Tisch fensterseitig, das ist nicht mein Zimmerteil. Mir gehört die Seite mit den vorspringenden Einbaukästen, den vier Garderobenhaken für überhaupt alle, dem Wickeltisch, der den Weg zum Waschtisch verstellt, sodass nicht einmal die eine Patientin an der anderen vorbei eben dorthin kann, sollte sich die andere grad nicht im Bett, sondern vorm Wickeltisch aufhalten. Alle meine Besucher (zu dem Zeitpunkt eh verbotene drei) stehen zu mir bettfußseitig oder bettrechtsseitig. Bettlinksseitig steht das Nachtkastel samt Betttisch, wobei dieses wiederum linksseitig sanft vom vorhangersetzenden aufgehängten Dezenzleintuch Richtung Rupa umweht wird.

Meine De-Facto-Schwiegermutter (S) zu meiner Mutter (M): Ich bin eh die ganze Zeit gestanden, nimm ihn du!
M: Na geh, ich bin die Jüngere, nimm ihn du!
S: Nein, du.
M: Aber du bist viel weiter her gefahren!
S: Eben, da bin ich ja länger gesessen! Also du!
M: Nein, du. Oder nimm doch einmal das Kind!
S: Nein, du zuerst!
M: Nein, du!
- 14 da capos. Mindestens.

Ich esse den Rest meines Mittagessens - unter großer Mühe, es gibt bröseligen Kuchen.
Ich komme auf die gute Idee, mich einzumischen. Ein Brösel findet, dass es unterbeachtet ist. Ich weiß jetzt, was ich meinen Todfeindinnen das nächste Mal wünschen werde. Oder was auf der nach oben mit Presswehen begrenzten Schmerzskala so ca. in der Mitte liegen könnte. Der H. rettet mich, er versteht, dass ich Wasser, Hustensaft, Wasser, Taschentuch, Wasser und R U H E haben möchte. Und geht mit beiden Omis und dem Kind hinaus...

Draußen gibt es genau eine Ecke am Gang und ein Besuchszimmer für alle. Und an dem Tag waren wir harmlos wenige im Zimmer. Am ersten Nachmittag wirst du den Harnbeutel übrigens eh schon los. Dafür musst du allerdings selber aufstehen. Und das hat es schon in sich. Auch ohne Hustenanfall mit Wunde am Unterbauch. Und ohne Besuch.

Besuchstechnisch steht es innerfamiliär jedenfalls 1 hoch 2 zu (5 plusminus 1) für mich. Die S. ist nämlich ein zweites Mal (das hoch 2) gekommen. Während meine Kusine H. hier in einer Forschungsabteilung forscht und besuchstechnisch gar nicht vorgesehen, aber von mir im günstigsten Augenblick vormittags zugelassen war (das plusminus 1). Ihre Abteilung zieht demnächst in ein neues Gebäude. Wahrscheinlich wäre so ziemlich jedem, der hier arbeitet, auch das alte Gebäude sympathischer. Aber ich verwende hier, wie im ganzen Beitrag lauter Einser-Samples ...

Tag 5: Ich hab ein Einzelzimmer. Zumindest für eine Nacht. Es gibt doch eine Gerechtigkeit.
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Mittwoch, 3. Februar 2010

die große vorher-nachher-show

ins finale gekommen ist ausschließlich kandidatin super-b.:
bauch2IMG_8483
man munkelt, sie hat einen gewissen h. bestochen. in wahrheit war es genau umgekehrt. die unschuldsvermutung gilt fuer beide nicht.

aus der allerletzten folge:
vollmondIMG_8531
weitere details werden unterschlagen. die beteiligten agierten teilweise oder gaenzlich unbekleidet, es soll sogar blut geflossen sein.

aber hier und heute - quasi live vom ort des geschehens -
sehen sie selbst:
selbst drei tage alte babies
xavwweb1IMG_0029
koennen bereits
xavwweb1IMG_00291
bis fuenf zaehlen!

wir danken allen hierorts gratulierenden, mailenden, smsenden (ist das ein schoenes unwort), entschuldigen uns bei allen, die diesmal nichts gewonnen haben, weil wir die e-mail-adresse falsch geschrieben haben, bzw. die e-mail-redaktion legasthenisch (schreibt man's jetzt so oder nicht?) ist, wobei uns insbesondere sofort und anonym die damen eugene und monique aus der return-to-sender liste einfallen, danken insbesondere dem a.(!!!!!!!!!!!!!!!!) fuer die siegerbilder, weil der an und fuer sich auch nicht objektive h. streckenweise nicht einmal objektiv ein objektiv aufs objekt halten haette koennen und freuen uns, wenn sie uns auch im folgenden krimi die treue halten. arbeitstitel derzeit:
wer erschießt den architekten?

ps: das scharfe s haett ich hier und heute gefunden, die kleinen Ä,Ü und Ö dauern noch.
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hier fehlt was;-)

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